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nestor Newsletter 02/2004 [18.03.2004]
Begrüßung Wir freuen uns Ihnen heute den zweiten nestor-Newsletter präsentieren zu können, der Sie aktuell über die neuesten Entwicklungen in dem Projekt "Aufbau eines Kompetenznetzwerks Langzeitarchivierung und Langzeitverfügbarkeit digitaler Ressourcen in Deutschland" informiert: http://www.langzeitarchivierung.de/
Die WWW Seiten des Kompetenznetzwerkes liegen in überarbeiteter und aktualisierter Form vor. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung für die Laufzeit von Mitte 2003 bis Mitte 2006 gefördert. Künftig wird es auch unter dem Kurznamen nestor (Network of Expertise in long-term STOrage of digital Resources) auftreten.
Teilergebnisse des Projektes: Informationsplattform: http://indi.langzeitarchivierung.de/ Die Informationsplattform des Kompetenznetzwerkes wird ab heute freigeschaltet und setzt sich aus folgenden Modulen zusammen:
  • Informationsdatenbank (Subject Gateway)
  • Expertendatenbank (im Aufbau)
  • News
  • Neueinträge
  • Newsletter
  • Reviews
Sie wird von dem Projektpartner Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) entwickelt und aufgebaut. Die WWW-basierte Informationsdatenbank informiert über aktuelle deutschsprachige Themengebiete zur digitalen Langzeitarchivierung (z.B. Nationale Strategien, Standards etc.) und weist relevante Projekte, Konferenzen etc. nach. Detaillierte Navigationsstrukturen (Browsen entlang Themengebiet und Dokumenttyp) sowie einfache und erweiterte Suchoptionen stehen dem Nutzer als Einstieg zur Verfügung. Vorbild für dieses Datenbank-basierte Angebot ist der australische Service PADI, der über anglo-amerikanische Ressourcen auf diesem Gebiet informiert. Eine enge inhaltliche und technische Kooperation ist angestrebt (z.B. Austausch der Metadaten). Zur Zeit wird an der Entwicklung einer eng an die Informationsdatenbank gekoppelten Expertendatenbank gearbeitet. Hier werden nationale und internationale Experten in bestimmten Themengebieten nachgewiesen, die sich für Fragen etc. zur Verfügung stellen. Unter der Rubrik News werden international aktuelle Nachrichten und Informationen verzeichnet, die auch archiviert werden. Über den Button Neueinträge werden auf einem Blick alle in den letzten vier Wochen neu hinzugekommenen Einträge gelistet (Informationsdatenbank, Expertendatenbank, Veranstaltungen). Der Projektpartner Computer- und Medienservice/Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) entwickelt zur Zeit einen technischen und organisatorischen Workflow, um zu bestimmten Artikeln und Konferenzen etc. ausführliche Reviews verfassen zu können. Diese Reviews werden ebenfalls zentral in der Datenbank nachgewiesen.
Nestor Beirat Das BMBF und die Projektpartner haben einen wissenschaftlichen Beirat für nestor einberufen. Eine erste Sitzung ist im April 2004 vorgesehen. Mitglieder aus folgenden Bereichen konnten bereits gewonnen werden:
  • Hochschulen: Dr. Ulrich Meyer (HRK)
  • Verlag: Thomas Connertz (Georg Thieme Verlag)
  • Wissenschaftliche Nutzer (Vertreter der IuK): Prof. Roland Schwänzl (Universität Osnabrück, Fachbereich Mathematik/Informatik)
  • Forschungseinrichtungen: Prof. Matthias Hemmje (Fraunhofer Gesellschaft, IPSI)
  • Rechenzentren: Prof. Gerhard Schneider (Rechenzentrum Univ. Freiburg)
  • DFG: Reinhard Rutz
  • Open-Access-Initiative: Urs Schoepflin (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin)
  • Bibliothekswesen (Vascoda): Uwe Rosemann (Technische Informationsbibliothek und Universitätsbibliothek Hannover)
  • Archivwesen: Prof. Dr. Wilfried Reininghaus (Präsident des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf)
  • Museen: Prof. Dr. Hermann Schäfer (Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland)

Vergabe von Expertisen Insgesamt sind Ende des Jahres 2003 mit einer Laufzeit von 4 bis 6 Monaten sieben Expertisen vergeben worden: Elektronische Zeitschriften Elektronische Zeitschriften (e-journals) sind ein wichtiger Publikationstyp mit hoher Bedeutung für die Kommunikation in Wissenschaft und Forschung. Die Erhaltung der langfristigen Verfügbarkeit dieses Typs digitaler Ressourcen (e-Journal-Artikel) ist deshalb eines der vorrangigen Ziele von wissenschaftlichen Bibliotheken. Fragen der Mengenbestimmung, der technischen Typisierung der Objekte, des Datentransfers etc. stehen bei dieser Expertise im Vordergrund. Perspektiven der Langzeitarchivierung multimedialer Objekte „Multimedial" umfasst hier alle nicht-textbasierten medialen Objekte vom Bild über Audio, Video zu spezifischen Techniken der Visualisierung und Animation und komplexen, zusammengesetzten Anwendungen. Die Archivierung steht vor dem Problem eines besonders hohen Innovationszyklus, einer Vielzahl technischer Formate und unzureichender internationaler Normierung. Spezifische Fragestellungen wie Nachhaltigkeit, Medientypen, technische Formate, Metadaten, Organisation etc. werden hier behandelt. Entwicklung eines Beschreibungsprofils für eine nationale Langzeit-Archivierungs-Strategie (Preservation Policy) Es gibt für die zahlreichen Aspekte der Langzeit-Archivierung (LZA) unterschiedliche Richtlinien mit stark differierender Reichweite und Gültigkeit. Welche Kriterien/ Fragestellungen werden bei bereits existierenden Policies beschrieben? Welche Schwerpunkte können identifiziert werden? Welche Fragen sollten bei kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Strategien beantwortet werden? Worin unterscheiden sich die bereits veröffentlichten Policies, welche Gemeinsamkeiten gibt es? Wie sieht das Business-Modell der Langzeit-Archivierung aus? Welche Kostenfaktoren sind zu berücksichtigen und wie werden diese finanziert? Digitale Langzeitarchivierung und Recht Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Langzeitarchivierung und -verfügbarkeit digitaler Ressourcen in Deutschland sind darzustellen. Die Expertise soll eine Bedarfsdefinition und die Feststellung von rechtlichen Defiziten in Deutschland liefern. Urheberrechtlich sind dabei vor allem folgende Fragestellungen relevant: Herstellung einer Archivkopie, Recht zur Durchführung verändernder Eingriffe (Datenmigration), Aufhebung von Einschränkungen durch DRM (z. B. Kopierschutz, Individualisierung auf Einzelnutzer), Konditionen des Zugriffs auf die archivierten Ressourcen. Studie zum Stand vorhandener Forschungsdaten und Rohdaten aus wissenschaftlichen Tätigkeiten, bezüglich deren Erfordernissen und Eignung zur Archivierung bzw. Zurverfügungsstellung in Deutschland Bei dieser Expertise werden folgende Fragenkomplexe in Kooperation mit großen Forschungseinrichtungen untersucht: Wie können wissenschaftlich relevante Forschungsdaten in Deutschland bereitgestellt und archiviert werden? Welche Daten sind für die Archivierung überhaupt relevant? Von welchem Datenvolumen sprechen wir? Wie werden die Forschungsdaten vorgehalten (z. B. Datenbank, Tapes)? In welchen unterschiedlichen Formaten liegen sie vor? Wieweit werden Sie Dritten bereitgestellt? Gibt es bereits Ansätze zur Archivierung dieser Daten? Für welche Zwecke wurden Rohdaten bisher aus Archiven reaktiviert, wofür könnten sie zukünftig verwendet werden? Welche Verfügbarkeitsarten und Reaktionszeiten, Zugangsmechanismen sind hierbei notwendig? Enthalten die Rohdaten bereits eine Selbst-Dokumentation? Wäre diese nach bisherigen Erfahrungen mit Altdaten sinnvoll? In welchem Umfang? Vergleich bestehender Archivierungssysteme Schon jetzt ist eine nicht geringe Anzahl von Archivierungssystemen im praktischen Einsatz wie etwa D-SPACE, Fedora, IBM-Dias u. a. Von Interesse ist daher eine beschreibende Übersicht und ein Vergleich der bestehenden Systeme sowohl kommerzieller als auch nicht kommerzieller Anbieter. Die Untersuchung ausgewählter Softwarelösungen soll letztlich einen Kriterienkatalog liefern, anhand dessen die Evaluierung vorhandener und künftiger Systeme unter unterschiedlichen Anforderungen erfolgen kann. Digitalisierung und Erhalt von Digitalisaten in deutschen Museen Fokus dieser Untersuchung besteht in einer Erhebung der derzeit vorhandenen Digitalisate an deutschen Museen und Ermittlung, ob es bereits Strategien und Vorgaben für die Erhaltung gibt.
Präsentationen Demnächst wird nestor bei folgender Veranstaltung vorgestellt:
23. - 26. März 2004: 2. Leipziger Kongress für Information und Bibliothek "Information macht Bildung" (CCL Mehrzweckfläche 2, 13:30–17:30 Uhr, 23.03.2004) http://www.ub.uni-leipzig.de/kongress2004/index2.html Programm (vorläufig) Moderation: Ute Schwens
  • 13:30 - Franz Walch (Projektträger Fachinformation, Darmstadt), Die Förderpolitik des BMBF: e-science
  • 13:50 - Ulrich Tiedau (Die Deutsche Bibliothek, Frankfurt), Einführung ins Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung
  • 14:05 - Heike Neuroth & Hans Becker (Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, SUB), nestor Informationsplattform (Informationsdatenbank, Expertendatenbank, News, Newsletter, etc.)
  • 14:25 - Bert Wendland (Computer- und Medienservice/Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin), Reviews, Konzept der Projektkommunikation
  • 14:45 - Dirk Scholz (Bayerische Staatsbibliothek), Kriterien für vertrauenswürdige Archive
  • 15:05 - Pause
  • 15:20 - Karl Ernst Lupprian (Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns), Zur Langzeitarchivierung im Archivwesen
  • 15:40 - Monika Hagedorn-Saupe/Axel Ermert (Institut für Museumskunde, Berlin), Langzeiterhaltung elektronischer Daten im Museum – eine kommende große Aufgabe
  • 16:00 - Diskussion
  • 16:15 - Thomas Severiens (ISN Oldenburg), Expertenzwischenbericht: Preservation Policies / Wissenschaftliche Rohdaten
  • 16:35 - Dirk Witthaut (Nürnberg), Expertenzwischenbericht: Zum Stand der Digitalisierung in den Museen
  • 16:55 - Peter Rödig (UniBw München/Neubiberg), Expertenzwischenbericht: Systemvergleich von Storage Systemen
  • 17:15 - Diskussion
  • 17:30 - Schluss des Workshops
Ein Workshop zu Preservation Policies und die Vorstellung der Ergebnisse dieser Expertise ist für den 27.-28.5.2004 in der SUB Göttingen geplant.
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Bei Fragen, Anregungen, Kommentaren zu dem Newsletter schreiben Sie bitte eine Email an neuroth@sub.uni-goettingen.de
 Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte an bwendland@cms.hu-berlin.de
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