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nestor Newsletter 08/2006 [21. März 2006]
Begr√ľ√üung
Wir freuen uns, Ihnen heute bereits den achten nestor Newsletter pr√§sentieren zu k√∂nnen. Wir m√∂chten Sie damit √ľber Entwicklungen im Projekt nestor informieren.
Auf der Homepage des Projektes k√∂nnen Sie sich laufend √ľber aktuelle Entwicklungen informieren.

Aktuelle Entwicklungen des Projektes

Ank√ľndigung: nestor Workshop auf dem Bibliothekartag
W√§hrend des 95. Deutschen Bibliothekartages in Dresden (21.-24.3.2006) laden wir f√ľr den 23.3. um 10:30 Uhr zu einem nestor-Workshop ein. Schwerpunkt ist in diesem Jahr das Thema "Archivierung von Internet-Publikationen und Web-Harvesting".
  • Prof. Dr. Andreas Rauber von der TU Wien beginnt mit einem √úberblick zu "Web-Harvesting im Kontext digitaler Archivierung".
  • Lars Jendral vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz wird anschlie√üend √ľber die Aktivit√§ten deutscher Regionalbibliotheken berichten.
  • Ein interessantes Projekt zur archivischen Bewahrung institutioneller Netzressourcen wird Angela Ullmann vom Parlamentsarchiv des Deutschen Bundestages vorstellen.
  • Manula Queitsch (SLUB Dresden) thematisiert Organisation und Einrichtung eines Langzeitarchivs an der S√§chsischen Landesbibliothek - Staats- und Universit√§tsbibliothek Dresden.

Ergebnisse von nestor werden im zweiten Block des Workshops von den Projektpartnern präsentiert:
  • Dr. Heike Neuroth (SUB G√∂ttingen) stellt die Ergebnisse des Arbeitspakets zur Erarbeitung einer deutschen Strategie zur Langzeiterhaltung digitaler Ressourcen vor.
  • Dr. Astrid Schoger (BSB) und Susanne Dobratz (HUB) stellen Kriterien f√ľr vertrauensw√ľrdige digitale Langzeitarchive vor, die eine nestor-Arbeitsgruppe unter Mitwirkung zahlreicher Experten vorlegen wird.
  • Herausforderungen an die Langzeiterhaltung multimedialer Objekte wird Dr. Stefan Rohde-Enslin (Institut f√ľr Museumskunde) erl√§utern.

Der Workshop soll die Aufgabenstellung "Langzeiterhaltung digitaler Ressourcen" aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und in der Diskussion die Anregungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer f√ľr die k√ľnftige Arbeit von nestor aufnehmen. Eine Benutzerbefragung, vorgestellt von Philipp H√∂hler (Die Deutsche Bibliothek), wird dieses Anliegen unterst√ľtzen.

Rahmenbedingungen f√ľr die Langzeitarchivierung - Aktivit√§ten f√ľr eine nationale Preservation Policy
In den letzten Monaten sind die Bem√ľhungen des nestor Projektes um eine nationale Preservation Policy wesentlich vorangekommen:
Im Januar wurde eine nestor Expertise ver√∂ffentlicht (s.u.), in der die Autoren einen Beitrag zur Beschreibung der Rahmenbedingungen f√ľr die Langzeitarchivierung aus Sicht der Naturwissenschaften liefern.
Ebenfalls im Januar wurden die Ergebnisse einer nestor Befragung zu Sammelrichtlinien und Auswahlkriterien öffentlich vorgestellt. Basierend auf den Erfahrungen und Diskussionen im nestor Projekt, ergänzt durch Anregungen aus der UNESCO-Charta zur Bewahrung des digitalen Kulturerbes sowie aus Strategiepapieren der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Aktuelle Anforderungen der wissenschaftlichen Informationsversorgung, 2004; Die deutschen Archive in der Informationsgesellschaft, 2003; Elektronisches Publizieren, 2005) hat die nestor Projektgruppe eigene Empfehlungen zu einer nationalen Preservation Policy entwickelt.
Die Ergebnisse von nestor wurden am 20.02.2006 der Fach√∂ffentlichkeit w√§hrend einer Veranstaltung im Bundesarchiv Koblenz vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Die Ergebnisse der Diskussion wurden in die Empfehlungen einbezogen und zu einem "Memorandum zur Langzeitverf√ľgbarkeit digitaler Informationen in Deutschland" weiterentwickelt. Dieses Memorandum widmet sich in knapp zwanzig Artikeln unterschiedlichen Themenkomplexen der k√ľnftigen digitalen Langzeitarchivierung in Deutschland: Der "Verantwortung f√ľr die Langzeiterhaltung digitaler Informationen" (Finanzierung, Organisation, juristische Rahmenbedingungen etc.) ebenso wie Modalit√§ten der Auswahl, Verf√ľgbarkeit und des Zugriffes. Hinzu kommen noch die Bereiche "technische Weiterentwicklung" und "Vernetzung und Professionalisierung". Die Ver√∂ffentlichung der endg√ľltigen Version des Memorandums ist noch f√ľr das Fr√ľhjahr 2006 geplant.

Integration von PADI-Metadaten in die nestor Informationsdatenbank
Wie schon im nestor Newsletter Nr. 6 dargestellt, wurde im letzten Jahr ein Memorandum of Understanding zwischen der National Library of Australia und dem nestor Partner Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen unterzeichnet, das den Austausch von Metadaten zwischen dem PADI Subject Gateway und der nestor Informationsdatenbank ermöglicht.
Das nestor Projekt hat zum Bibliothekstag 2006 die Suche und Navigation in dem gemeinsamen Datenpool von PADI und nestor erstmals freigeschaltet. Die Nutzer der nestor Informationsdatenbank können festlegen, ob sie ausschließlich in den 473 nestor Datensätzen oder in den 2032 nestor und PADI Datensätzen recherchieren wollen. Die nestor Datensätze werden bilingual (deutsch-englisch) vorgehalten, die PADI Datensätze liegen ausschließlich in englischer Sprache vor. Alle Datensätze werden eindeutig gekennzeichnet, d. h. es ist jederzeit ersichtlich in welcher Datenbank welcher Datensatz vorgehalten wird.
Da die nestor Datens√§tze vorwiegend Ressourcen aus dem deutschsprachigen Raum beschreiben und die PADI Datens√§tze in der Mehrzahl Ressourcen aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum erfassen, besteht durch die Integration der Metadaten die M√∂glichkeit, sich schnell und einfach einen breiten √úberblick √ľber die nationalen und internationalen Entwicklungen im Bereich der digitalen Langzeitarchivierung zu verschaffen.
Es ist beabsichtigt, die Metadaten der nestor Informationsdatenbank k√ľnftig auch in das Angebot des PADI Subject Gateways zu integrieren.

nestor Expertisen - Neuerscheinungen
Zum Jahresbeginn 2006 wurden weitere Expertisen in der Reihe "nestor"-Materialien veröffentlicht, in denen Fachleute aus verschiedenen Sachgebieten jeweils den aktuellen Stand in Wissenschaft und Forschung dokumentieren. Die Publikationen wurden von den "nestor"-Projektpartnern redaktionell betreut und stehen auf der Projekthomepage zum kostenlosen Download bereit. Die neuen Expertisen befassen sich mit den Themen
  • "Archivierung von E-Journals",
  • "Langzeiterhaltung multimedialer Objekte",
  • "Langzeiterhaltung wissenschaftlicher Rohdaten" und einer
  • "Nationalen Langzeit-Archivierungs-Strategie".

Gunnar Fuelle und Tobias Ott (pagina GmbH, T√ľbingen) erl√§utern in ihrer Studie mit dem Titel "Langzeiterhaltung digitaler Publikationen - Archivierung elektronischer Zeitschriften" Fragestellungen und Rahmenbedingungen der Langzeiterhaltung von "E-Journals". Ausgehend vom "Reference Model for an Open Archival Information System" (OAIS) befassen sich die Autoren mit der Frage, wie das OAIS-Konzept "Submission Information Package" - ein Paketformat f√ľr den Datenaustausch zwischen Produzenten der digitalen Objekte und dem Archiv - f√ľr elektronische Zeitschriften in die Realit√§t eines produktiven Systems implementiert werden sollte. Ferner behandelt die Brosch√ľre die Verwendung des "Metadata Encoding and Transmission Standard" (METS) beim Transfer von E-Journal-Beitr√§gen.

Mit den "Perspektiven der Langzeiterhaltung multimedialer Objekte" befasst sich die Expertise von Wolfgang Coy (Humboldt-Universit√§t zu Berlin). Die Problematik stellt sich bei diesen ausgesprochen heterogenen Publikationsarten wesentlich komplexer dar als bei anderen Objekten, die oft lediglich die Eigenschaften ihrer "herk√∂mmlichen" Vorg√§nger in digitaler Form aufweisen. Die Expertise vermittelt einen √úberblick √ľber die aktuellen Entwicklungen in der Langzeiterhaltung multimedialer Objekte, die bisher noch nicht in eine gesicherte Strategie √ľberf√ľhrt werden konnten. Coys Empfehlungen basieren auf dem derzeitigen Stand der Kenntnis in der Forschung bei der Archivierung verschiedener Formate und Metadatentypen, sowie der Speichermedien und der Strategien zur Migration von Daten.

Um die Archivierung und langfristige Verf√ľgbarkeit von Rohdaten aus wissenschaftlicher T√§tigkeit und digital erfasste Forschungsdaten im Allgemeinen geht es in der Expertise "Langzeitarchivierung von Rohdaten" von Thomas Severiens und Eberhard R. Hilf. Neben praktischen Hinweisen zum Umgang mit digitalen Rohdaten in der Forschung weist die Untersuchung auch auf zuk√ľnftig notwendige Ma√ünahmen zum Erhalt dieser Ressourcen hin. Vor allem dr√§ngen die Autoren auf eine st√§rkere Vernetzung der unterschiedlichen Fach- und Interessensbereiche in der digitalen Langzeitarchivierung.

Thomas Severiens und Eberhard R. Hilf (Institute for Science Networking Oldenburg) haben einen Beitrag zu einer nationalen Langzeit-Archivierungs-Strategie aus der Sicht der Wissenschaften geliefert. Die vorliegende Arbeit ist ein wichtiger Schritt zur Anregung und Diskussion einer nationalen deutschen Langzeitarchivierungs-Policy im Rahmen von nestor. Die Studie diskutiert Empfehlungen und Handlungsfelder und macht auch Vorschl√§ge f√ľr erste Ma√ünahmen zur Umsetzung in struktureller und organisatorischer Hinsicht.

nestor-Umfrage
Seit Dezember 2005 f√ľhren wir auf der nestor Projekthomepage eine Umfrage durch, die uns Hinweise auf die Zufriedenheit der Nutzer mit den Angeboten von nestor geben soll.
Die Umfrage hat jedoch leider bis Ende Februar 2006 keine auswertbaren Ergebnisse erbracht. Wir f√ľhren dies auf die Komplexit√§t des bisher verwendeten Fragebogens zur√ľck, den wir nun durch einen komprimierten 7-Fragen-Katalog pr√§zisiert und vereinfacht haben.
Wir bitten auch diejenigen, die sich bereits beteiligt haben, um eine erneute Teilnahme, damit wir ein konsistentes Ergebnis erzielen. Es ist uns wichtig, Ihre Bed√ľrfnisse und die Erwartungen, die sie an das Kompetenznetzwerk nestor stellen, kennen zu lernen. Bitte nehmen Sie sich kurz Zeit und beteiligen Sie sich an unserer Umfrage, dazu klicken Sie bitte auf die folgende Graphik:

nestor Umfrage


Zwischenergebnisse der nestor AG Vertrauensw√ľrdige Archive
Die nestor-Arbeitsgruppe "Vertrauensw√ľrdige Archive - Zertifizierung" hat den Entwurf eines Kataloges von Kriterien f√ľr vertrauensw√ľrdige digitale Langzeitarchive entwickelt, der zur Orientierung und Selbsteinsch√§tzung dienen kann und zuk√ľnftig die Grundlage einer Zertifizierung nach standardisiertem Verfahren bilden soll.

In einem Expertengespräch am 29.03.2006 an Der Deutschen Bibliothek wird der Entwurf des nestor-Kriterienkataloges einigen ausgewählten Experten vorgestellt und mit diesen diskutiert.
Anschlie√üend ist eine Phase der √∂ffentlichen Kommentierung geplant. Die Ver√∂ffentlichung des nestor-Kriterienkataloges "Vertrauensw√ľrdige digitale Langzeitarchive" ist f√ľr den Sommer 2006 vorgesehen.

nestor - Weiterbildung
Wie im letzten Newsletter angek√ľndigt, hat das nestor Projekt seine Aktivit√§ten im Bereich Weiterbildung ausgebaut.
Am 13. Januar fand in der SUB G√∂ttingen ein zweites nestor Seminar statt, das sich in erster Linie an Teilnehmer aus dem Archivbereich richtete: "Einf√ľhrung in die Langzeitspeicherung und elektronische Archivierung im Archivbereich".

Die Unterlagen zu diesem Seminar, wie auch die Unterlagen zu dem vorangegangenen Seminar "Einf√ľhrung in die Langzeitarchivierung digitaler Objekte", stehen auf der nestor Homepage zum Download bereit.

Die beiden bisherigen nestor-Seminare wurden als Videos aufgezeichnet. Aus diesen Videos und den Seminar Unterlagen ist eine DVD erstellt worden, die w√§hrend des Bibliothekartages 2006 der Fach√∂ffentlichkeit vorgestellt werden wird. Die DVD "nestor-Seminare 1+2" (ISBN: 3-938616-41-5) ist im Universit√§tsverlag G√∂ttingen erschienen und enth√§lt u.a. 6:35 h Videoaufzeichnungen. Sie ist in erster Linie zur Unterst√ľtzung der Aus- und Weiterbildung gedacht.

nestor beabsichtigt, die Reihe der nestor-Seminare fortzusetzen.

Die ebenfalls im Universit√§tsverlag G√∂ttingen erschienene DVD mit den Aufzeichnungen und Materialen der International Conference on Preservation of Digital Objects (iPRES) ist weiterhin √ľber den Verlag zu beziehen (ISBN: 3-938616-27-X).

nestor - R√ľckblick und Ausblick
Am 30. Juni 2006 endet die Projektlaufzeit des Projekts "nestor - Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung".
Einiges wurde seit dem Projektbeginn Mitte 2003 erreicht:
  • die Informations- und Kommunikationsplattform www.langzeitarchivierung.de hat sich zu einer intensiv genutzen Kommunikations- und Informationsplattform mit vielf√§ltigen Angeboten entwickelt
  • intensive √Ėffentlichkeitsarbeit hat das Bewusstsein f√ľr die Bedeutung der Langzeiterhaltung digitaler Ressourcen gesch√§rft
  • die Bearbeitung fachlicher Fragestellungen wurde durch die Ver√∂ffentlichung der nestor-Materialien und eines nestor-Ratgebers voran getrieben und
  • die in Deutschland vorhandene Fachkompetenz wurde durch nestor-Aktivit√§ten wie Arbeitsgruppen, Workshops, Seminare und Veranstaltungen mit internationaler Beteiligung verst√§rkt.
Die Projektpartner wollen daf√ľr Sorge tragen, dass die Angebote von nestor fortgef√ľhrt und erweitert werden k√∂nnen. Neue Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens und der Informationsversorgung m√ľssen die Langzeitverf√ľgbarkeit digitaler Information ber√ľcksichtigen.
Daf√ľr will sich nestor auch in Zukunft einsetzen. Deshalb bereiten die Projektpartner zur Zeit einen Folgeantrag vor, der dem Bundesminister f√ľr Bildung und Forschung vorgelegt wird.
Einen ausf√ľhrlichen R√ľckblick auf die geleistete Arbeit und einen Ausblick auf die anstehenden Aufgaben in der Zukunft wollen die Projektpartner in einer √∂ffentlichen Veranstaltung im Juni 2006 geben.


Informationen zu verwandten Projekten

kopal
Zum Auftakt der CeBIT am 9. März 2006 hat das Projekt kopal eine Reihe von neuen Ergebnissen und Materialien präsentiert und ist damit auf ein sehr positives öffentliches Interesse gestoßen:
  • Die kopal Projekthomepage macht alle Projektinformationen ab sofort auch in Englisch zug√§nglich.
  • Konzept und Arbeitsablauf des im Aufbau befindlichen Archivsystems veranschaulicht eine teilweise interaktive Flash Animation unter dem Link "kopal-Demonstrator".
  • Eine neue Infobrosch√ľre steht unter "Downloads" zur Verf√ľgung.
  • Unter dem Stichwort "Software" stellt kopal eine erste Version der koLibRI-Software (kopal Library for Retrieval and Ingest) zur Verf√ľgung. Diese Software besteht aus Werkzeugen f√ľr Einspeisung und Abfrage von archivierten Materialien und wird im Zusammenspiel mit der kopal-DIAS-Solution der Firma IBM entwickelt. Hier steht eine Dokumentation der Software zur Verf√ľgung - eine englische Version ist in Vorbereitung.
  • Eine ausf√ľhrliche Dokumentation des im Rahmen von kopal entwickelten Archiv- und Austauschformates ist unter dem Stichwort "Objektspezifikation" abrufbar.
Das Projekt kopal stellt die koLibRI-Software √∂ffentlich zur Verf√ľgung, um anderen Projekten bzw. Entwicklungen eine Nachnutzung zu erm√∂glichen. Hierbei ist intendiert, dass Ged√§chtnisorganisationen und andere an der Langzeitarchivierung elektronischer Materialien interessierte Einrichtungen diese Tools analysieren und evaluieren, um zu sehen, ob und inwieweit diese Tools potentiell zur eigenen Software-Architektur bzw. den eigenen Archivierungskonzepten passen. Die Ergebnisse und Aussagen, die sich aus dem Evaluieren und/oder Erproben dieser Software ergeben, werden in die Entwicklung einflie√üen und an die √Ėffentlichkeit weitergegeben. Beim derzeitigen Release-Stand der koLibRI-Software liegt noch nicht der vollst√§ndige Funktionsumfang vor. Die vollst√§ndig entwickelte koLibRI-Software wird zum Ende der Projektlaufzeit, sp√§testens Mitte 2007, zur Verf√ľgung stehen. Der angebotene Beta-Release wird ohne weiteren Support zum freien Download angeboten. R√ľckmeldungen zu Erfahrungen mit der Software sollten an folgende E-Mail-Adresse geschickt werden: kolibri@kopal.langzeitarchivierung.de.
Auf dem Bibliothekartag bietet kopal am 23. M√§rz 2006 einen Workshop an (Konferenzraum 1, 9:00-10:30 Uhr). Hier werden die Projektpartner Die Deutsche Bibliothek, die Nieders√§chsische Staats- und Universit√§tsbibliothek G√∂ttingen, die Gesellschaft f√ľr wissenschaftliche Datenverarbeitung gmbH G√∂ttingen und die Firma IBM vertreten sein. Erg√§nzt wird das Programm durch die Perspektive eines Anwenders des DIAS: die Koninklijke Bibliotheek (KB), der Nationalbibliothek der Niederlande.

Digitale Langzeitarchivierung auf Mikrofilm
von Roland Dreyer
Die H√ľter analoger Kulturg√ľter in Archiven, Bibliotheken und Museen tun sich √ľberwiegend noch schwer, ihre Sch√§tze einem digitalen Datenspeicher anzuvertrauen. Das liegt in erster Linie an ihren langen Bewahrungshorizonten, die sich nicht in Jahren, sondern in Jahrhunderten messen lassen m√ľssen. In solchen Dimensionen kann die junge digitale IT-Welt gar nicht denken. Solide Konzepte f√ľr eine Langzeitarchivierung beschr√§nken sich bislang bestenfalls auf einige Olympiaden, begleitet von mehr oder weniger aufw√§ndigen und teuren Konversionszyklen.
Auf mehrere wartungsfreie Zentenarien ausgelegte Sicherungskonzepte konnte bislang nur der seiner Natur nach analoge Mikrofilm versprechen. In Filmkameras √ľberwiegend als steiler Schwarz-Wei√ü-Film, in einigen F√§llen auch als Farbfilm belichtet, f√ľllt er in gro√üen Filmspulen die Stahlf√§sser, die seit vielen Jahren sukzessive in den zentralen Bergungsstollen des Bundes in Oberried bei Freiburg eingelagert werden: inzwischen ist Oberried das gr√∂√üte Mikrofilmlager Europas.

Digitalisate lagern im Stollen
Der Einwand der IT-Experten, die digitale Erfassung von Kulturg√ľtern sei doch viel eleganter, kosteng√ľnstiger und vorlagenschonender, war f√ľr die Archivare chancen- und bedeutungslos, solange die Halbwertszeit der Digitalisate ebenso kurz wie unkalkulierbar war. Doch das wird sich wohl bald √§ndern: Digitale Mikrofilmbelichter schicken sich an, die Lebensdauer von Digitalisaten jeder Art in stollentaugliche Dimensionen zu bringen. Und dies in einer Qualit√§t, die mit konventioneller Filmbelichtung fast nicht zu erreichen ist. Das gilt speziell f√ľr den farbigen Mikrofilm.
Der Farbmikrofilm ist durch seine extrem licht- und alterungsstabilen Azo-Farben nahezu ohne Konkurrenz. Er hat technologisch mit den herkömmlichen Farbfilmen nur sehr wenig gemein und wird weltweit nur noch von Ilford (Schweiz) unter dem Markennamen Ilfochrome produziert.
Sein einziger Nachteil ist der sehr hohe Lichtbedarf in Normlicht C (3200 K): Um eine A2-Vorlage bei der fotografischen Belichtung auszuleuchten, benötigt man stolze 8 kW Lampenleistung und einen robusten Archivar, der seinen wertvollen Vorlagen den damit verbundenen Wärmeeintrag zumutet.

Laser √ľberbr√ľckt den digitalen Spalt
Es gibt derzeit mehrere, teils schon weit fortgeschrittene, teils auch schon marktverf√ľgbare Ans√§tze, um Digitalisate als analoges Bild oder als maschinell verlustfrei r√ľcklesbaren Fl√§chencode auf farbigen Mikrofilm auszugeben. Am vielversprechendsten sind Mikrofilmplotter auf Laserbasis, weil nur ein RGB-Laser problemlos die hohe Energie pixelgenau aufbringen kann: speziell die Rot-Emulsion stellt beim Ilfochrome-Film hohe Energieanspr√ľche. Diese Ans√§tze unterscheiden sich im nutzbaren Filmformat (36 mm Rollfilm vs. Planfilme) und der erzielbaren Belichteraufl√∂sung. Die technisch machbare Spotgr√∂√üe des Laserstrahls liegt derzeit bei 3‚Ķ4 my, entsprechend einer Schreibdichte von rund 8000 ppi.
Allerdings ist derzeit (M√§rz 2006) noch nicht gekl√§rt, welches Rauschverhalten der Ilfochrome-Film bei dieser hohen Aufl√∂sung zeitigt. M√∂glicherweise ist die f√ľr kleinere Mengen bereits verf√ľgbare Planfilmbelichtung mit 2500 ppi bereits in vielen F√§llen ausreichend, denn die teure Farbausgabe macht wohl nur bei besonders wertigen Archivalien Sinn.
Roland Dreyer

Dipl.Ing. Roland Dreyer ist Fachjournalist f√ľr angewandte Forschung, Druck- und Archivtechnik.
Das Projekt nestor - Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung bietet Fachleuten die M√∂glichkeit, auf den Stand der Technik sowie gegenw√§rtige und zuk√ľnftige M√∂glichkeiten einzugehen, Digitalisate f√ľr viele Jahrhunderte sicher zu speichern. Der Autor ist dankbar, wenn ihm spezifische Fragestellungen aus der Praxis per E-Mail mitgeteilt werden.


√Ėffentlichkeitsarbeit / Pr√§sentationen

Veranstaltungen, auf denen nestor vorgestellt wurde:

Veranstaltungen, an denen nestor beteiligt/vertreten sein wird:

nestor Email-Listen

M√∂chten Sie an der Diskussion um digitale Langzeitarchivierung teilnehmen? Dann subskribieren Sie sich bitte f√ľr die folgende Email-Liste:
nestor@langzeitarchivierung.de,
indem Sie eine Mail mit dem Betreff subscribe langzeitarchivierung-nestor an die Adresse lists@langzeitarchivierung.de schicken.
Hier werden wir Ergebnisse zum Beispiel der nestor Workshops mit Ihnen gemeinsam diskutieren.

Haben Sie Fragen an das Projektteam? Dann senden Sie bitte eine Email an die folgende Adresse: info@langzeitarchivierung.de


Newsletter

Der Newsletter wird von den nestor Partnern kooperativ erstellt. Bei inhaltlichen Fragen, Anregungen, Kommentaren zu dem Newsletter schreiben Sie bitte eine Email an:
neuroth@sub.uni-goettingen.de
Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte an:
bwendland@cms.hu-berlin.de

Bestellen/Abbestellen des nestor Newsletters
Zum Bestellen des Newsletters schicken Sie bitte eine Mail an die Adresse
lists@langzeitarchivierung.de mit dem Betreff subscribe langzeitarchivierung-newsletter.
Zum Abmelden schicken Sie bitte eine Mail an die Adresse
lists@langzeitarchivierung.de mit dem Betreff unsubscribe langzeitarchivierung-newsletter.

Archiv
Die nestor Newsletter werden auch auf folgender Seite archiviert: http://indi.langzeitarchivierung.de/newsletter/

1. Newsletter vom 18.12.2003
2. Newsletter vom 18.03.2004
3. Newsletter vom 24.08.2004
4. Newsletter vom 18.12.2004
5. Newsletter vom 20.04.2005
6. Newsletter vom 12.08.2005
7. Newsletter vom 15.12.2005

 

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