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nestor Newsletter 17/2009 [25. Juni 2009]

  
Begrüßung
Wir freuen uns, Ihnen heute den letzten nestor Newsletter der nestor Projektphase präsentieren zu können. Der nächste Newsletter wird dann schon im Rahmen des dauerhaften nestor Kooperationsverbundes erscheinen.
Mit diesem Newsletter möchten wir Sie über die jüngsten Entwicklungen in nestor und in weiteren Projekten zur digitalen Langzeitarchivierung informieren. Auf der Homepage des Projektes können Sie sich jederzeit aktuell unterrichten.
 

  
Inhalt
 
 
  

  
 
Mit dem Ende der nestor Projektphase und dem Übergang in den nestor Kooperationsverbund werden wir, die ehemaligen zuständigen Redakteure des nestor Newsletters, die weitere Betreuung des Newsletters von der SUB Göttingen an die DNB weitergeben.
Wir blicken zurück auf sechs Jahre verantwortliche Betreuung des nestor Newsletters und damit einhergehend auf das Entstehen und Werden einer deutschsprachigen Community zur digitalen Langzeitarchivierung. Es war eine spannende Tätigkeit und wir möchten uns bei den vielen Autoren und unseren über 1200 Abonnenten für Ihr Interesse bedanken und uns mit diesem Newsletter herzlich von Ihnen verabschieden.
Herzliche Grüße von Heike Neuroth und Stefan Strathmann 

nestor macht weiter – im Kooperationsverbund
Nach insgesamt sechs Jahren endet im Juni 2009 die Förderung von nestor durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Seit 2003 hatten die Projektpartner auf das Ziel hingearbeitet, eine dauerhafte Organisationsform für das deutsche Kompetenznetzwerk digitale Langzeitarchivierung zu finden.
Mit sechs der ursprünglichen Projektpartner und zwei weiteren Organisationen geht nestor zum 1. Juli 2009 in einen nachhaltigen Kooperationsverbund über und wird seine Arbeit wie gewohnt fortführen. Der Kooperationsverbund wird auf Basis von Eigenmitteln der beteiligten Organisationen getragen. Als Grundlage dient eine Kooperationsvereinbarung zwischen den beteiligten Partnern:

  • Bayerische Staatsbibliothek
  • Deutsche Nationalbibliothek
  • Fernuniversität Hagen
  • Humboldt-Universität
  • Landesarchiv Baden- Württemberg
  • Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
  • Institut für Museumsforschung
  • Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg
Neben den formalen Kooperationspartnern unterhält nestor enge Arbeitsbeziehungen zu weiteren Einrichtungen und Experten. Ausbildungseinrichtungen wie die FH Köln, HTWK Leipzig, HTW Chur beteiligen sich intensiv an der Erarbeitung eines Aus- und Fortbildungskonzeptes für die digitale Langzeitarchivierung. Juristische Experten arbeiten unter dem Dach einer nestor-Arbeitsgruppe zu rechtlichen Fragen der Langzeitarchivierung. Weitere Institutionen, die mit dem Thema Langzeitarchivierung oder mit Teilaspekten davon befasst sind, sind willkommen, in nestor mitzuwirken. Anträge nimmt die nestor Geschäftsstelle entgegen. 
 
Am 10. Juni 2009 fand in der Staatsbibliothek zu Berlin die nestor Abschlussveranstaltung statt. Seit dem Jahr 2003 wurde nestor in zwei Projektphasen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Nun haben sich die Projektpartner darauf verständigt, das Kompetenznetzwerk in einem Kooperationsverbund eigenständig weiter zu führen. Daher lautete das Motto der Veranstaltung ganz im Sinne eines Auftakts: „nestor macht weiter: Gemeinsam digitales Wissen sichern“. Etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland nahmen mit Interesse an der spannenden Veranstaltung teil.
Bereits in seiner Begrüßung unterstrich der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Prof. Parzinger die Bedeutung koordinierter Langzeitarchivierung für die Zukunft. Der nächste Redner, Dr. Jansen vom BMBF, zeigte sich erfreut über das von seinem Ministerium auf den Weg gebrachte Projekt nestor, dass nun dank der erfolgreichen Zusammenarbeit von den Partnern weiter geführt wird.
Ein weit gefächertes Rednerprogramm verdeutlichte das breite Spektrum der Bereiche, in denen die digitale Langzeitarchivierung eine unerlässliche Rolle spielt und spielen wird. Denn nicht nur der wissenschaftliche Bereich hat mit einer zunehmenden Menge digitaler Daten zu schaffen, sondern auch Wirtschaft und Verwaltung sowie die Unterhaltungsbranche.
In seinem Vortrag führte Prof. Coy von der Humboldt Universität zu Berlin am Beispiel der neuen E-Book Reader die vielfältigen Probleme der digitalen Langzeitarchivierung vor, die sich künftig noch verstärken werden: Eine nicht vorhersehbare Vielzahl unterschiedlicher Geräte mit in der Regel proprietären Formaten wird dazu führen, dass der langfristige Zugriff auf lesbare Daten abhängt von der dauerhaften Verfügbarkeit von Abspielgeräten und Formaten. Frau Prof. Dittmann von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zeigte anhand praktischer Beispiele die besondere Problematik von authentischer Bewahrung multimedialer Daten und erläuterte in spannender und unterhaltender Weise, wie schon kleinste Uneindeutigkeiten bei der Archivierung zu einer – mitunter drastischen - Verfälschung des Originalmaterials führen können.
Dr. Spek, Direktor der Alliance for Permanent Access to the Records of Science skizzierte den organisatorischen Rahmen der verschiedenen Ansätze und Projekte auf europäischer Ebene und erläuterte, dass gemeinsame länderübergreifende Anstrengungen eher zu Erfolgen führen werden als individuelle Lösungsversuche.
Herr Altenhöner, Leiter der IT-Abteilung der Deutschen Nationalbibliothek und Projektleiter von nestor, griff diesen Faden auf und reflektierte über derzeitige und kommende Infrastrukturen der Langzeitarchivierung. Zwar sei auf der strategischen und auf der technischen Ebene bereits viel entwickelt worden, es fehle aber an einer Vernetzung. Die bislang geleistete, aber eher kurzfristige und projektbezogene Förderung sei nicht ausreichend, um eine dauerhafte und nachhaltige Infrastruktur zu etablieren.
In einem moderierten Gespräch tauschten sich Vertreter aus dem Museums- und Archivbereich, aus Lehre, Forschung und Recht über die jeweils spezifischen Herausforderungen der dauerhaften Erhaltung digitaler Daten aus. Allen gemeinsam war die berechtigte Klage über die bislang noch geringe Aufmerksamkeit für die Problematik im öffentlichen Bewusstsein und bei den politischen Entscheidungsträgern. Inwieweit ein nicht nur drohender sondern tatsächlicher katastrophaler Datenverlust dies ändern könnte, wurde unterschiedlich eingeschätzt. Einig waren sich alle darüber, dass es nestor auch in zehn Jahren noch geben werde, da ein Kompetenznetzwerk zur Koordinierung der vielfältigen kommenden Aufgaben weiterhin unverzichtbar bleiben wird. Die einvernehmliche Haltung der Redner fand ihre Entsprechung auch bei den Zuhörern, die in angeregten Pausengesprächen ausdrückten, dass nicht nur kommender Druck sondern die Aussicht auf gemeinsame Strategien und Lösungen als Basis künftiger Vernetzung angesehen werden.
Zum Abschluss der Veranstaltung gab Frau Schwens, ständige Vertreterin der Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek, einen aufbauenden Ausblick auf die Arbeit des neu gegründeten Kooperationsverbundes. Fast alle bisherigen Partner sowie das Landesarchiv Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg führen ab Juli 2009 das Kompetenznetzwerk nestor arbeitsteilig fort. Weitere Institutionen, die sich mit Langzeitarchiverung oder Teilaspekten davon befassen, sind herzlich eingeladen, sich in nestor einzubringen.
 
Während des nestor Workshops auf dem 98. Deutschen Bibliothekartag wurde der interessierten Öffentlichkeit die Version 2.0 des "nestor Handbuches: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung" vorgestellt.
Seit 2007 ist das Handbuch in einer ständig erweiterten und überarbeiteten Online-Version ein wichtiges Werkzeug für alle an der digitalen Langzeitarchivierung interessierten Kolleginnen und Kollegen. Die nun vorgelegte Version 2.0 erscheint sowohl als frei zugängliche Online Version unter Creative Commons Lizenz und daneben auch als gedruckte Hardcover-Ausgabe.
Die Version 2.0 ist erheblich erweitert, umstrukturiert und überarbeitet worden. Das Herausgeberteam hat etwa 50 Autorinnen und Autoren für die Erstellung von Fachartikeln gewonnen, die mit ihren Artikeln den aktuellen Wissensstand zur digitalen Langzeitarchivierung übersichtlich und fundiert präsentieren.
Die Print-Version hat einen Umfang von ca. 620 Druckseiten und sollte zum Preis von 24,90 € nicht nur für Kolleginnen und Kollegen im Beruf, sondern hoffentlich auch für studentische Nutzerinnen und Nutzer attraktiv und erschwinglich sein. Sie ist in einer Kooperation des „Verlag Werner Hülsbusch Fachverlag für Medientechnik und -wirtschaft“ und des „Universitätsverlag Göttingen entstanden.
 
Unter dem Motto „Digitale Langzeitarchivierung: Von der Konzeption zur Umsetzung“ haben sich auch dieses Jahr wieder etwa vierzig Teilnehmer zur diesjährigen nestor/DPE School in Staufen im Breisgau getroffen. Der Teilnehmerkreis umfaßte eine gute Mischung von Praktikern aus dem BAM-Sektor, Firmenvertretern und Studenten. Erfreulicherweise ist es erneut gelungen, die Teilnahmegebühren, insbesondere für die studentischen Teilnehmer, durch die großzügige Unterstützung freundlicher Sponsoren gering zu halten.
Den Teilnehmern der School wurde, neben einer kurzen Einführung in die digitale Langzeitarchivierung, ein breites Spektrum an speziellen Aspekten des Themas vorgestellt. Unter anderem wurden zwei Schwerpunkte – der Aufbau eines digitalen Archives und die digitale Langzeitarchivierung von Forschungsdaten – in jeweils mehreren Sessions vertiefend behandelt.
Zudem war die Veranstaltung ein idealer Rahmen, um Kontakte und Netzwerke auf- und auszubauen, da alle gemeinsam (TeilnehmerInnen und ReferentenInnen) mit am Thema interessierten Kolleginnen und Kollegen zu einem intensiven Austausch zusammenkamen.
Für das kommende Jahr ist eine weitere nestor School geplant, die vom 14. bis 18. Juni in Staufen/Breisgau stattfinden wird.
 
Nachbericht zur 3. Informationsveranstaltung der nestor AG Media „Film digital- Aspekte langfristiger Informationssicherung“ am 27. Mai 2009 in der Deutschen Kinemathek in Berlin
Ziel der Informationsveranstaltung war die Darstellung der aktuellen Situation der langfristigen Sicherung digitaler Filme sowie die daraus entstehenden Anforderungen an die bewahrenden Institutionen und Organisationen. Dabei wurden alle Aspekte der Bewahrung und Verfügbarhaltung von der Bestandsevaluierung, technischen Anforderungen, Auswahlkriterien und konservatorischern Anforderungen bis hin zu den Kernthemen Digitalisierung, Langzeitarchivierung und Langzeitverfügbarkeit digitaler Filme thematisiert. Mit über 130 Teilnehmen war die Veranstaltung außerordentlich gut besucht und zeigte das bestehende Interesse an der Problematik.
In seiner Begrüßungsrede wies Martin Körber (Deutsche Kinemathek Berlin) auf die Herausforderungen an die Institutionen hin, die die Langzeitarchivierung digitaler Filme bedeute.
Dagmar Otto (Bibliothek der Humboldtuniversität Berlin) stellte als Vertreterin der AG media das nestor Kompetenznetzwerk vor, wobei Sie insbesondere auf die Aktivitäten rund um die Bereitstellung von Informationen zum Thema „digitale Filmbewahrung“ im nestor AG-media-Ratgeber hinwies.
Jürgen Keiper (Deutsche Kinemathek Berlin) betonte in seinem Referat „Über das Altern im digitalen Zeitalter“ zunächst die Tatsache, dass bei digitalen Objekten eigentlich nicht von Altern gesprochen werden kann, sondern von Nutzbarkeit oder nicht. An die Stelle traditioneller Bewahrungsstrategien muss ein offensives Risikomanagement treten um die digitalen Objekte nutzbar zu halten. Digitale Langzeitarchivierung bewegt sich daher im Rahmen von Qualitätsanforderungen, Sicherheitsmassnahmen und Kostenplanungen.
In seinem Vortrag „Anforderungen an digitale Filmarchive“ thematisierte Winfried Bergmeyer (Institut für Museumsforschung Berlin) die Herausforderungen an Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit in digitalen Langzeitarchiven. Als Informationsmaterialien steht der nestor – Kriterienkatalog vertrauenswürdige digitale Langzeitarchive sowie in Kürze eine nestor – Studie zu Sicherheitsaspekten von Langzeitarchivierungssystemen bereit.
Einen anschaulichen Bericht aus der Praxis bot Markus Hüsgen (Institut für wissenschaftlichen Film - IWF). Im Institut wurden bislang ca. 4200 Filme digitalisiert und zur Verfügung gestellt. Dabei werden für die Langzeitarchivierung Separation Master Analog und Separation Master Digital verwendet. Zukünftig könnte für die Bewahrung digitaler Filme JPEG2000 in Betracht kommen.
Matthias Schnöll (Fachhochschule Wiesbaden) stellte in seinem Vortrag „Aspekte bei der Speicherung von digitalen Filmen“ das Projekt FFPA (Formatübergreifende Plattform für Produktion und Archiv) vor, das die Sicherung digitaler Filme auf Basis des Metadatenstandards MXF und JPEG2000 arbeitet.
Über den Informationsverlust und die Probleme bei der Migration verlustbehafteter Kompressionsformate berichtete Jens-Martin Loebel (Humboldt-Universität zu Berlin) in seinem Vortrag über „Digitale Videoformate“. Abschließend verwies er auf die Nutzung verlustfreier Codecs bzw. Emulation für die Langzeitarchivierung.
Jan Fröhlich (CinePostproduktion, Bavaria Bild&Ton) skiziierte in seinem Referat „Archivierung von Spielfilmen“ die aktuellen Situation in der Filmproduktion, die in der Kette analog – digital –analog noch wenig bedarf für die Langzeitarchivierung digitaler Formate habe. Die Kunden sein noch zögerlich, Angebote zur Archivierung digitaler Formate durch das Unternehmen anzunehmen.
Das Projekt EDCINE wurde von Siegfried Foessel (Fraunhofer Institute for Integrated Circuits IIS) vorgestellt. EDCINE ist ein europäisches Projekt, dass die Optimierung und Entwicklung neuer Technologien für das digitale Kino zum Ziel hat. Auch wird im Rahmen der Langzeitarchivierung MXF und JPEG2000 eingesetzt.
Harald Schernthaner (ARRI Film & TV) konzentrierte sich in seinem Vortrag „Color Separation Master im Digital Intermediate Prozess“ auf die Aspekte der Erhaltung durch die getrennte Bewahrung der separierten Filmausbelichtungen auf analogen Medien.
Im abschließenden Vortrag betonte Paul Klimpel (Geschäftsführer Netzwerk Mediatheken) die Verantwortung der kulturbewahrenden Institutionen für den Erhalt unseres kulturellen Erbes und somit auch der Objekte der Filmschaffenden. Die Aufgabe sei eine große Herausforderung, der sich unsere Gesellschhaft zu stellen habe. Das Bewußstsein für diese Aufgabe müsse weiterhin gefördert werden. 
In der von Martina Werth-Mühl (Bundesarchiv) geleiteten abschließenden Diskussion zeigte sich in den Äußerungen der Teilnehmer die Problematik der Erhaltung digitaler Filme für große aber auch für kleine Institutionen. Hier muss weiter am Aufbau von Netzwerken wie nestor gearbeitet werden, um die Zusammenarbeit, den Erfahrungsaustausch und die Bereitstellung von Best-Practice Publikationen zu intensivieren.
 

 
Gastbeiträge geben die Meinung der jeweiligen Autorin bzw. des jeweiligen Autors wieder. Die Verantwortung für den Inhalt des Beitrags trägt die Autorin / der Autor.
 
Ziel des KEEP-Projekts ist die Bereitstellung einer Plattform für Emulatoren zur dauerhaften Nutzung von statischen und dynamischen digitalen Objekten wie Text-, Ton- und Bild-Dateien, Multimedia-Dokumenten, Websites, Datenbanken, Videospielen. Das übergeordnete Ziel des Projekts ist der allgemeine Zugang zu unserem kulturellen Erbe mittels Entwicklung flexibler Instrumente. die die Speicherung und den Zugriff für eine breite Palette von digitalen Objekten zu ermöglichen.
Der zunehmende Erfolg der EDV-Technik auf der einen und die schnelle Überalterung derselben auf der anderen Seite bedeutet eine wachsende Herausforderung für den Erhalt des Zugangs zu digitalen Materialien. Das kulturelle Erbe ist durch drohenden Verlust digitaler Informationen besonders betroffen. KEEP wird eine benutzerfreundliche Plattform für Emulatoren bereitstellen, um die möglichst originale Darstellung dieser Objekte zu ermöglichen, so dass sie auf lange Sicht zugänglich bleiben.
Ein Hindernis für die Nutzung der Emulation im Rahmen der Langzeitarchivierung war die Plattformabhängigkeit der einzelnen Emulatoren, die eine dauerhafte Nutzung dieser Technologie bislang verhinderte. Mit der Bereitstellungen dieser Emulatoren-Plattform durch KEEP wird hier Abhilfe geschaffen, da die Plattform für die dauerhafte Nutzung der einzelnen Emulatoren sorgen wird.
Ein wichtiger Aspekt in diesem Rahmen ist die Übertragung von digitalen Objekten, die auf veralteten Speichermedien wie Disketten auf aktuelle Medien vorliegen, auf aktuelle Speichertechnologien zu vereinfachen. Dies beinhaltet die Spezifikation von Datei-Formaten und die Produktion von Transfer-Tools unter Berücksichtigung der rechtlichen und technischen Notwendigkeiten. KEEP wird die Erhaltung der ursprünglichen Datenströme des Datenträgers ermöglichen und die Anwendungen für die Endnutzer in Form einer auf einer Vielzahl von Plattformen lauffähigen Software sicherzustellen.
Darüber hinaus wird die Integration der Emulatoren-Plattform in bestehende Langzeitarchivierungssysteme ein weiterer, wichtiger Aspekt der Softwareentwicklung sein. Bestehende Metadatenmodelle werden evaluiert und Leitlinien entwickelt, um die Zuordnung von digitalen Objekten zur Emulationsumgebung zu beschreiben. KEEP wird das Fundament für die nächste Generation der dauerhaften Nutzung auf Basis der Emulation sein.
Obwohl sich das Projekt in erster Linie an diejenigen richtet, die im Bereich des kulturellen Erbes, wie z. B. kulturbewahrenden Institutionen (Bibliotheken, Archive und Museen) tätig sind, wird die Emulatoren-Plattform auch für die Bedürfnisse kleinerer Organisationen und Einzelpersonen auf Grund ihres universellen Ansatz nutzbar sein.
Das KEEP-Projekt (Keeping Emulation Environments Portable) wird durch das siebte Framework Programm für Forschung und technische Entwicklung der Europäischen Union (FP7) co-finanziert. An diesem Projekt sind u. a. die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt, die Königliche Bibliothek der Niederlande in Den Haag, die französische Nationalbibliothek in Paris, die Universität von Portsmouth und das Computerspiele Museum in Berlin beteiligt. Weitere Informationen finden sie auf der homepage des KEEP-Projektes.
 
Die Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs sammelt, erschließt und archiviert die neuere deutschsprachige Literatur. Im Rahmen der Virtuellen Fachbibliothek Germanistik werden literarische Zeitschriften, literarische Weblogs und demnächst auch Netzliteratur erschlossen und im Marbacher Online-Katalog Kallías nachgewiesen.
Seit 2008 nimmt das DLA den Sammelauftrag auch für Netzpublikationen wahr und archiviert ausgewählte Online-Publikation auf der Plattform "Literatur im Netz". Das Angebot ist seit Mai 2009 öffentlich zugänglich. Die Sammlung startet mit einem Grundbestand, der seit 2007 im Rahmen der vorgängigen Teststellung aufgebaut wurde.
Auf diese Weise wird nicht nur die Sammlung und Erschließung der konventionellen literarischen Zeitschriften in Marbach ergänzt, sondern neuen digitalen Medien Rechnung getragen, in denen sich das zeitgenössische literarische Leben dokumentiert.
Das DLA freut sich über Hinweise von Autorinnen und Autoren auf literarische Zeitschriften, Weblogs und Netzliteratur, die zu ihrem Sammelgebiet gehören.
Mit Unterstützung des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg und der Software SWBcontent leistet das DLA Marbach mit „Literatur-imNetz“ einen weiteren Beitrag zum Erhalt digitaler Publikationen.
 
Am 2. Juni 2009 wird PARSE.Insight seine erste Jahresprüfung durch Prüfer der Europäischen Kommission in Brüssel haben. Der Blick zurück auf das vergangene Jahr zeigt, dass das Projekt gute Fortschritte gemacht hat: Mit dem Entwurf der Roadmap ist ein erster Schritt hin zu einer europäischen eInfrastruktur für Forschungsdaten gemacht worden. Ferner wurden Spezifikationen entwickelt, um eine Lückenanalyse zwischen der Roadmap und der gegenwärtigen Situation durchzuführen und um Standards zu erarbeiten, aufgrund derer Prüfung und Zertifizierung von digitalen Repositorien durchgeführt werden können. Zurzeit wertet das Projekt seine umfangreichen Erhebungen aus, um Europas derzeitigen Stand in der Langzeitarchivierung von Forschungsdaten zu ermitteln. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse aus dem ersten Jahr des Projektes ist auf der Projekt-homepage veröffentlicht. Im Zuge der Vorbereitung der Jahresprüfung hat PARSE.Insight vor kurzem folgende Publikationen veröffentlich:
  • Second Draft Roadmap
  • Survey and Forum Platforms
  • Inventory of Communities
  • Specification of Gap Analysis Schema and Tool
  • Sustainability Workshop Report
  • Dissemination Plan 
Alle Dokumente sind auf der Projekt Homepage hinterlegt.
Das von der EU finanzierte Projekt PARSE.Insight beschäftigt sich mit der Erhaltung von Forschungsdaten. Sein Ziel ist es, eine Roadmap und Empfehlungen für eine eInfrastruktur zu entwickeln, die die Langzeitarchivierung und -verfügbarkeit von Forschungsdaten in Europa gewährleisten.
PARSE.Insight wurde initiiert von der Alliance for Permanent Access to the Records of Science. Die Ergebnisse des Projektes werden in die Planungen der Europäischen Kommission bezüglich der Infrastruktur von Forschungsdaten einfließen.
 
Unter dem Patronat von Bundesrat Pascal Couchepin findet vom 28. bis 30. April 2010 in Genf die 8. Europäische Konferenz über digitale Archivierung statt. Organisatoren der Konferenz sind das Schweizerische Bundesarchiv sowie die Europäische Regionalvereinigung und die Sektion der Berufsvereinigungen des Internationalen Archivrates (ICA).
Die digitale Archivierung ist seit zwei Jahrzehnten ein Thema für Archivare und Archivarinnen. Es zeichnet sich seit langem ab, dass die rasanten Entwicklungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie nicht nur die Archivierungsmethoden verändern, sondern auch grundlegende Archivierungsprinzipien herausfordern. In den vergangenen Jahren wurde viel in Forschung investiert, was neben neuen Anwendungen auch reichhaltige Literatur zur Archivierungstheorie hervorgebracht hat. Heute wissen wir um Stärken und Risiken der elektronischen Archivierung, und wir haben funktionierende Lösungen. Trotzdem stehen viele Archive vor wegweisenden Weichenstellungen. Es besteht ein stetiger Bedarf an Wissens- und Erfahrungsaustausch, damit alle europäischen Archive diesen bedeutenden Schritt ins E-Zeitalter schaffen und auch für die Zukunft nachhaltige Lösungen aufbauen können, ohne dabei von ihren Traditionen abgeschnitten zu werden. Diesem Schwerpunkt widmet sich die Konferenz in Genf.
Ab dem 1. Mai 2009 können zu den folgenden Themen Abstracts für die Konferenz eingereicht werden:
1. Fachliches Profil: professionelle Kompetenzen im digitalen Zeitalter
2. Überlieferung: wie die Informationsgesellschaft abbilden
3. E-Archivierung: Neugestaltung von Prozessen und Geschäftsmodellen
4. Online Zugang: Lösungen und Implikationen
Abstracts können ab 1. Mai 2009 online eingereicht werden, dort finden Sie ein Online-Formular sowie weitere Informationen zur Konferenz, Präsentationsformen und Auswahlkriterien (Eingabetermin: 31.08.2009)

 
Veranstaltungen, auf denen nestor vorgestellt wurde:

  


 

nestor E-Mail-Listen
 
Möchten Sie an der Diskussion um digitale Langzeitarchivierung teilnehmen? Dann subskribieren Sie sich bitte für die folgende E-Mail-Liste: nestor@langzeitarchivierung.de, indem Sie eine E-Mail mit dem Betreff subscribe langzeitarchivierung-nestor an die Adresse lists@langzeitarchivierung.de schicken.
Diese Liste ist offen für alle Fragen zu den Themen digitale Langzeitarchivierung und nestor. Beispielsweise kann sie zur vertiefenden Diskussion von Workshopergebnissen genutzt werden.
 
Haben Sie Fragen an das Projektteam? Dann senden Sie bitte eine E-Mail an die folgende Adresse: info@langzeitarchivierung.de
  

 
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Der Newsletter wird von den nestor Partnern kooperativ erstellt. Bei inhaltlichen Fragen, Anregungen, Kommentaren zu dem Newsletter wenden Sie sich bitte an:
Bei technischen Fragen wenden Sie sich bitte an:
 
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