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nestor Newsletter 16/2009 [15. Januar 2009]

  
Begrüßung
Wir freuen uns, Ihnen heute einen weiteren Newsletter des nestor Projektes präsentieren zu können. Mit diesem Newsletter möchten wir Sie über die jüngsten Entwicklungen in nestor und in weiteren Projekten zur digitalen Langzeitarchivierung informieren. Auf der Homepage des Projektes können Sie sich jederzeit aktuell unterrichten.
 

  
Inhalt
  
  

  
Die nestor-AG “Vertrauenswürdige Archive - Zertifizierung” hat soeben die 2. Version des Kriterienkataloges für vertrauenswürdige digitale Langzeitarchive veröffentlicht.
In diese überarbeitete Fassung sind einerseits die vielfältigen Kommentare von Anwendern und Experten zur ersten Version eingegangen, andererseits die Anregungen aus der internationalen Diskussion mit Einrichtungen und Projekten, die sich ebenfalls der Frage der Vertrauenswürdigkeit angenommen haben (u.a. Center for Research Libraries, Digital Curation Centre, Digital Preservation Europe).
Die Version 2 der nestor-Kriterien dient nun als Grundlage für eine Normierung im Rahmen des DIN Normenausschusses NABD15. Diese Normierung soll durch Interviews mit deutschen und deutschsprachigen Anwendern zur Vollständigkeit, Konsistenz, Relevanz, Umsetzbarkeit des Kriterienkataloges vorbereitet werden.
Im Rahmen eines Experten-Treffens am 7. Dezember 2008 in Washington DC, ausgerichtet vom Projekt „Long Lived Data Collections“ des Center for Research Libraries (CRL), konnte der internationale Erfahrungsaustausch in den Bereichen Vertrauenswürdigkeit, Standardisierung und Zertifizierung aktualisiert und intensiviert werden.
Teilnehmer des Treffens waren Vertreter der Projekte Digital Curation Center (DCC), Digital Preservation Europe (DPE), Caspar, PARSE.Insight sowie nestor.
 
Am 27.10.2008 wurde im Bundesarchiv in Koblenz der neue nestor Leitfaden zur Übernahme von Informationen in ein digitales Langzeitarchiv, Wege ins Archiv, der interessierten Fachwelt vorgestellt. Die Autoren der nestor AG Standards diskutierten die einzelnen Kapitel mit 55 Vertretern aus Archiven, Bibliotheken und IT-Firmen. Damit ist die Kommentierungsphase des Leitfadens eröffnet. Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge aus der Fachwelt werden bis Mitte 2009 entgegengenommen, geprüft und in eine 2. Version des Leitfadens integriert. Die zweite Version soll dem NABD15-Ausschuß des DIN als Normentwurf vorgelegt werden.
 
Das nestor Team freut sich zu einer weiteren mehrtägigen Fortbildungsveranstaltung, der nestor Spring School 2009, einladen zu können.
Gemeinsam mit Vertretern verschiedener Hochschulen und dem europäischen Projekt DigitalPreservationEurope (DPE), wird nestor vom 16. - 20. März 2008 die „nestor/DPE Spring School 2009: Digitale Langzeitarchivierung: Von der Konzeption zur Umsetzung" in der BDB-Musikakademie in Staufen/Breisgau durchführen.
Den Teilnehmern der nestor Spring School wird, neben einer kurzen Einführung in die digitale Langzeitarchivierung, ein breites Spektrum an speziellen Aspekten des Themas vorgestellt. Unter anderem werden zwei Schwerpunkte – der Aufbau eines digitalen Archives und die LZA von Forschungsdaten – in jeweils mehreren Sessions behandelt.
Als Referenten, die wie alle Teilnehmer ebenfalls für den gesamten Zeitraum präsent sind, konnte eine Reihe renommierter Experten gewonnen werden.
Zum Abschluss der nestor Spring School 2009 erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat, mit dem die Teilnahme bestätigt wird.
Wir freuen uns, dass uns einige Stipendien in Aussicht gestellt wurden, mit denen die Firma Sun Microsystems, EMC Corporation und das Kompetenzzentrum PDF/A die Teilnahme von Studenten an dieser nestor School fördern möchten. Die Stipendien werden nach Reihenfolge der Anmeldung unter Ausschluß des Rechtsweges an studentische Teilnehmer vergeben, die die nestor Spring School 2009 als Frühbucher buchen.
 
Mit 73 Besuchern aus dem Archivwesen war die Veranstaltung zum Standard PDF/A die bislang am besten besuchte nestor-Infoveranstaltung im Bundesarchiv in Koblenz. Drei Experten des PDF/A Competence Centers, Herr Zellmann, Herr Krieg und Herr Dr. Wächter hielten Vorträge über den technischen Aufbau von PDF/A Dateien, Konvertierung, Validierung und Metadaten. Frau Schroeder vom Bundesarchiv stellte anschließend die hausinterne Archivierung mit PDF/A-Dokumenten vor. Die Folien der Vorträge stehen auf der Veranstaltungs-Webseite zum Download bereit. Dies war insgesamt die vierte nestor-Veranstaltung speziell für das Archivwesen am Bundesarchiv. Im Frühjahr 2009 wird eine weitere Veranstaltung folgen .
 
 
Ein Bericht von der 2. Informationsveranstaltung der nestor AG Media „Fotografien bewahren - Aspekte langfristiger Informationssicherung“ am 8. Dezember 2008 in der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek in Dresden:
Ziel der Informationsveranstaltung war, die Vermittlung von Best Practice Ansätzen zur langfristigen Sicherung von Fotobeständen, beginnend mit der Bestandsevaluierung und Auswahl, konservatorischen Fragen bis hin zu den Kernthemen Digitalisierung, Langzeitarchivierung und Langzeitverfügbarkeit digitalisierter Fotografien.
Mit über 70 Teilnehmen war die Veranstaltung außerordentlich gut besucht und zeigte das bestehende Interesse an dem Thema.
Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Generaldirektor der SLUB Dresden Dr. Achim Bonte führte die Moderatorin der Veranstaltung Dagmar Otto (Humboldt Universität zu Berlin) in das Programm und das Thema des Tages ein. Sie  bezeichnete als Ziel aller nestor-Veranstaltungen, das Problembewusstsein für die Sicherung digitaler Materialien und die Vorstellung und Diskussion von Lösungswegen zur Langzeitsicherung zu wecken.
Dr. Winfried Bergmeyer (Institut für Museumsforschung Berlin) stellte das Kompetenznetzwerk nestor sowie die Arbeit der AG Media vor und skizzierte die besonderen Herausforderungen bei der Langzeitarchivierung und Langzeitverfügbarkeit digitaler Objekte.

Im Vortragsblock "Bestandskenntnis als Voraussetzung (digitaler) Informationssicherung" stellte Dr. Stefan Rohde-Enslin (Institut für Museumsforschung Berlin) das Projekt fotoerbe.de als Sammlungs- und Vernetzungswerkzeug vor. Er betonte die Notwendigkeit der Bestandsaufnahme für die Durchführung von Digitalisierungsmaßnahmen und für die Langzeitarchivierung der Digitalisate.

In Ergänzung dazu präsentierte Katja Margarethe Mieth (Direktorin der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen) das Projekt www.fotoerbe-sachsen.de, das ebenfalls Informationen zu Beständen von Fotosammlungen in Sachsen sammelt und präsentiert, zugleich aber auch Handreichungen für die Arbeit an und mit Fotobeständen anbietet. 

Michael Albers (Leiter der FotoMedienWerkstatt im Rheinischen Bildarchiv Köln) stellte ein Konzept zur Digitalisierung historischer Fotografien vor. Schwerpunkte waren hierbei die Analyse des Quellmaterials, der Einsatz geeigneter Techniken sowie die Wahl von Farbraum, Dateitiefe und Speicherformaten.

Im Vortragsblock wurde das KUR-Projekt „Exemplarische Sicherung deutscher Bildgeschichte 1945 – 1960“ von Dr. Jens Bove (Leiter der Deutschen Fotothek Dresen)  zunächst kurz vorgestellt und in die Problematik der Gefährdung und Zerstörung historischen Negativmaterials eingeführt.
Ulrike Müller (Fotorestauratorin, Radeberg) stellte die restauratorischen Maßnahmen im KUR-Projekt vor.
Günther Gromke (Dipl.-Chemiker, Leipzig) beschrieb technische und logistische Aspekte bei der Digitalisierung, die im Rahmen des KUR-Projekts zu lösen waren.
Im Themenblock "Bilder ins Netz!" - Distributionsstrategien am Beispiel der Bilddatenbanken des Bundesarchivs und der Deutschen Fotothek zeigte Dr. Jens Bove die Distributionsstrategien der Deutschen Fotothek. Er legte die dafür notwenigen Arbeitsschritte von der Auswahl bis hin zur Digitalisierung dar.
Ergänzend hierzu stellte Dr. Oliver Sander (Leiter des Bildarchivs im Bundesarchiv) das Digitale Bildarchiv des Bundesarchivs im Internet sowie unterschiedliche Distributionswege und Zugriffsmöglichkeiten auf die Fotobestände, darunter ganz aktuell auch über Wikipedia, vor. 
Abschließend berichtete Hans-Jörg Lieder (Staatsbibliothek zu Berlin) über Organisationsform, Anforderungen und den Stand der Planungen zur Deutschen Digitalen Bibliothek. Diese soll dem kürzlich gestarteten europaweiten Portal "Europeana" Daten des digitalisierten Kulturguts aus Deutschland zuliefern.
In der abschließenden Diskussion wurde die Bedeutung des nestor-Kompetenznetzwerks als Fachdienstleister und als Vermittler von Standards und Best-Practice-Ansätzen sowie als Interessenvertreter v.a. auf politischer Ebene unterstrichen. 
Die Beiträge der Referentinnen und Referenten sind online verfügbar.
 
Am 21. November 2008 fand in Köln das nestor-Seminar „Digitale Langzeitarchivierung in Museen und Archiven - Konzepte und Strategien“ statt. Die Veranstaltung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Rheinischen Archivberatung/Fortbildungszentrum Brauweiler und dem Institut für Museumsforschung der staatlichen Museen zu Berlin, preußischer Kulturbesitz. Die Resonanz auf das Seminar war mit ca. 200 Anmeldungen aus dem Museums- und Archivbereich außerordentlich groß.
Die Teilnehmer wurden von Arie Nabrings, RheinischeArchivberatung/Fortbildungszentrum Brauweiler, begrüsst, der auf die zu nehmende Bedeutung der Aufgabe der Langzeitarchivierung digitaler Objekte in Archiven und Museen hinwies. Der große Zuspruch, der dieser Veranstaltung zu Teil wurde, sei ein Beleg, dass das Thema in den Institutionen ernst genommen würde.  Winfried Bergmeyer, Institut für Museumsforschung Berlin, stellte die aktuelle Situation in den Museen dar. Da über die Hälfte der bundesdeutschen Museen kleinere Institutionen sind, werden skalierbare Lösungsansätze für die Langzeitarchivierung digitaler Daten benötigt. Das nestor-Kompetenznetzwerk bietet dazu ein umfangreiches Informationsangebot auf seiner Website an.
Im Zentrum der Veranstaltung standen die Aspekte bei der Planung und Konzeption der Langzeitarchivierung und Langzeitverfügbarkeit digitaler Daten. Karsten Huth, Bundesarchiv Koblenz, führte auf anschauliche Weise in das Thema ein, in dem er einerseits die notwendigen finanziellen Aufwendungen andererseits die unabdingbare Kommunikation zwischen Kunden und Dienstleistungsanbieter hervorhob. Astrid Schoger, Bayerische Staatsbibliothek München, präsentierte die kurz zuvor fertiggestellte Version 2 des nestor-Kriterienkataloges für vertrauenswürdige digitale Langzeitarchive, in dem vor allem Fragen der Sicherstellung von Authentizität und Integrität digitaler Daten im Vordergrund stehen. Die technischen Aspekte größerer Langzeitarchivierungssysteme und deren organisatorischen Grundlagen wurden von Peter auf der Landwehr (LVR-infoKom, Köln) skizziert.  
Am Nachmittag bot Astrid Schoger einen Einblick in das aktuelle Projekt zu Organisations– und Geschäftsmodellen für die Langzeitarchivierung der Digitalisate aus DFG-geförderten Projekten, das z. Z. in Zusammenarbeit mit der Universität der Bundeswehr München durchgeführt wird. Christian Keitel, Landesarchiv Baden-Württemberg, stellte die Konzeptionen zum langfristigen Erhalt von Datenbanken vor. Neben den Aspekten der Datenformate wurde am Beispiel einer Datenbankanwendung wurde die Möglichkeit der Reduktion hochkomplexer Inhalte zum Zweck der langfristigen Nutzbarmachung aufgezeigt. Abschließend präsentierte Elke Allgaier, Staatsgalerie Stuttgart, das in Zusammenarbeit mit dem Bibliotheksservicezentrum Konstanz konzipierte, noch im Aufbau befindliche Langzeitarchiv für hochauflösende digitale Bilddaten.
Die anschließende Diskussion zeigte das große Interesse von Museen und Archiven von kleineren bis großen Institutionen am Thema und die Dringlichkeit, mit der Konzepte und Lösungsansätze benötigt werden. Die Durchführung weiterer Veranstaltungen in Kooperation zwischen Rheinischer Archivberatung/Fortbildungszentrum Brauweiler und dem Institut für Museumsforschung zum Thema Langzeitarchivierung digitaler Daten sind in Planung.
Die Präsentationen der Referenten stehen auf der nestor-Website zur Ansicht als PDF-Dokumente bereit.
 
Die Bewahrung komplexer digitaler Artefakte wurde in Form der Ausstellung Replayed auf der itec 2008 in Darmstadt (6.-7.11.2008) einer breiteren Fachöffentlichkeit nähergebracht. Diese Ausstellung war Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Computerspiele Museum Berlin und dem Kompetenznetzwerk nestor. Unterstützt wurde die Ausstellung von Hessen-IT, der Aktionslinie des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung für den gesamten Informationstechnologie- und Telekommunikationsmarkt in Hessen.

Setup der Ausstellung ist es, anhand eines konkreten Artefaktes verschiedene Bewahrungsformen interaktiv zugänglich zu machen, so dass sich die Besucher selbst ein Bild von den Vor- und Nachteilen der einzelnen Methoden machen können.

Als Beispiel wurde Donkey Kong (Nintendo, 1981) ausgewählt, ein klassisches Videospiel, das sich aus mehreren Gründen anbot: So gehört das Spiel zu den Klassikern der Videospiele und ist vielen Besuchern bekannt. Als komplexer, interaktiver Artefakt stellt es höchste Ansprüche an die Bewahrungsmethoden. Nicht nur die Reproduktion der Oberfläche ist dabei entscheidend, sondern auch Aspekte des "Look and Feels" wie Geschwindigkeit der Ausführung, Sound oder Ein- und Ausgabeschnittstellen sind signifikante Eigenschaften des Werkes.
Des weiteren kann auf die vielfältigen Bewahrungsansätze von Migration bis Emulatation zurückgegriffen werden, die durch die Spieler-Community und den Markt hervorgebracht wurden und die technisch und systematisch auf andere komplexe digitale Artefakte übertragen werden können.
Last but not least bietet sich ein Spiel auch deswegen an, weil es die Besucher animiert, sich der Ausstellung zu widmen, was bei unseren ersten Auftritt auch gut zu beobachten war.

Auch konnten wir eine im EU-Projekt Planets entwickelte Methode in die Ausstellung integrieren, bei der mit Hilfe von Virtualisierungssoftware (VMware) Pakete geschnürt werden, die eine komplette und getestete Installation des Artefaktes mit Emulator, Betriebssystem und gegebenenfalls Anleitungen beinhaltet. Diese Pakete können über das Netz versendet werden und entpacken sich auf dem Computer des Anschauenden (Users) quasi selbsttätig, so dass dieser so gut wie keine eigenen Konfigurationen mehr vornehmen muss.
Die notwendige theoretische Vertiefung der Ausstellung fand parallel in einem hervorragend von Hr. Ahlf (Common Agentur) vorbereiteten Panel statt. Bei der gut besuchten Veranstaltung trafen erstmalig Vertreter der Bewahrungsinstitutionen mit denen der Marktteilnehmer aus der Computerspielbranche zusammen. Panelisten waren u.a. Reinhard Altenhöner von der Deutschen Nationalbibliothek und Lutz Anderie von Atari.
Autor: Andreas Lange (Kurator replayed, Direktor Computerspiele Museum Berlin)
 

 
Gastbeiträge geben die Meinung der jeweiligen Autorin bzw. des jeweiligen Autors wieder. Die Verantwortung für den Inhalt des Beitrags trägt die Autorin / der Autor.
  
Seitdem die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 1997 im Rahmen ihres Förderprogramms für die Wissenschaftlichen Literaturversorgungs- und Informationssysteme die Initialzündung für die Retrodigitalisierung in Deutschland gegeben hat, konnten bis heute insgesamt deutlich über 100 Projekte zur Digitalisierung der kulturellen Überlieferung durchgeführt werden. Heute sind es jedoch nicht mehr länger nur kleinere Projekte zur Digitalisierung wertvoller oder wissenschaftlich besonders relevanter Bestände - der Einstieg in die Massendigitalisierung ist bereits in einer Reihe von Gedächtnisorganisationen erfolgt oder steht unmittelbar bevor. Die dabei entstandenen bzw. entstehenden Digitalisate sind von erheblichem kulturellem, wissenschaftlichem und auch ökonomischem Wert. Deren Erhalt und die Sicherstellung des dauerhaften Zugangs zu diesen in digitaler Form vorliegenden Informationen ist bereits heute eine der zentralen Aufgaben für Bibliotheken, Archive und Museen. Sie benötigen dafür jedoch nicht nur die entsprechenden technischen Systeme, sondern insbesondere auch nachhaltige Lösungen für organisatorische, rechtliche und finanzielle Fragen. 
Aus diesem Grunde hat die DFG die Studie „Entwicklung von Geschäfts- und Organisationsmodellen für die Langzeitarchivierung digitaler Objekte aus DFG-geförderten Digitalisierungsprojekten“ bewilligt, die in Zusammenarbeit vom Münchener Digitalisierungszentrum der Bayerischen Staatsbibliothek und dem Institut für Softwaretechnologie der Universität der Bundeswehr München durchgeführt wird. Ausgehend von einer Analyse der aktuellen Situation in den Handlungsfeldern Digitalisierung und Langzeitarchivierung sowie der Ausformulierung von Zielvorstellungen zeigt die Studie, wie für den langfristigen Erhalt von Digitalisaten zukünftig Organisations- und Geschäftsmodelle konzipiert und realisiert werden können. Dabei werden Vor- und Nachteile verschiedener Organisationsformen mithilfe der Prozessmodellierung untersucht und hinsichtlich der Zielgrößen Effektivität und Effizienz bewertet. Darüber hinaus sollen auf Grundlage des entwickelten Prozessmodells auch speziell Möglichkeiten der Ertragsgenerierung erkundet und konkrete Einsparpotenziale im Bereich Langzeitarchivierung identifiziert werden. Eine im Rahmen der Studie erstellte Rechtsexpertise legt dar, wie Kooperationsbeziehungen nachhaltig gestaltet werden können. Abschließend wird auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse weiterer Handlungs- und Forschungsbedarf identifiziert.
Am 11.11.2008 fand in der Bayerischen Staatsbibliothek ein Expertengespräch mit rund 25 Teilnehmern aus Gedächtnisorganisationen, Forschungseinrichtungen und Rechenzentren zum Projekt statt. Die Anwesenden zeigten sich sehr interessiert an den Möglichkeiten der Entwicklung von Geschäfts- und Organisationsmodellen für die Langzeitarchivierung und konnten durch ihre zahlreichen Diskussionsbeiträge weiteren wertvollen Input für die Studie liefern.
 
DigitalPreservationEurope nutzt jetzt Web2.0 Services
Um die LZA-Community stärker an den Aktivitäten von DigitalPreservationEurope teilhaben zu lassen, hat DPE neue Services in seine Homepage integriert und präsentiert sich ab sofort auch im Web 2.0. So stellt DPE unter anderem seine Präsentationen und Materialien aus angebotenen Weiterbildungen, welche durch DPE und der Partner entstanden sind, sowohl über slideshare als auch über die eigene Homepage (http://www.digitalpreservationeurope.eu/) zur Verfügung (http://www.digitalpreservationeurope.eu/publications/presentations/). Darüber hinaus hat DPE einen eigenen Account bei Delicious angelegt, bei dem kontinuierlich Lesezeichen zum Thema LZA hinzugefügt werden, und bei dem sich Interessierte als sogenannten „Fans“ anmelden können. Es gibt außerdem eine Facebook Gruppe, in der sich über LZA-Themen ausgetauscht werden kann und mit der es möglich wird, LZA-Interessierte aus dem europäischen Raum kennenzulernen. Vielleicht entstehen ja so auch neue Kooperationen!
Preisverleihung zur „Second Digital Preservation Challenge“
Auch die zweite Challenge zur digitalen Langzeitarchivierung fand europaweit Anklang. Der Gewinner der zweiten Challenge ist Alex Mason (Durham Universität, UK). Mason war der einzige Teilnehmer, der eine Lösung zum Datenbank-Szenario anbot, die einen direkten Zugang zur Datenbank erlaubt und darüber hinaus eine Auswertung des vollständigen Datensets bereitstellt. Die Preisverleihung fand auf der ECDL´08 in Aarhus, als auch auf der iPRES´08 in London statt.
DPE Newsletter Issue 3 und Briefing Papers
Im November ´08 veröffentlichte DPE den dritten DPE Newsletter 
In diesem Newsletter wurde ein Überblick über DPE-Aktivitäten und Leistungen der letzten 12 Monate gegeben. Inhalte sind unter anderem die erfolgreiche Teilnahme an der CEBIT 2008, die DPE-Challenge, die DPE Services (DPE Unique Identifier Service, Drambora, Platter), ein Bericht zu „Social Networking und Langzeitarchivierung“ sowie Informationen zu den Aktivitäten einer Vielzahl laufender europäischer Projekte.
Die Briefing Papers, die innerhalb des DPE-Projektes herausgegeben wurden, sind ab sofort auch in Französisch (von Jean-Pierre, einem Fachexperten auf dem Gebiet der Langzeitarchivierung übersetzt) und Kroatisch (übersetzt von Hrvoje Stančic und seinen Kollegen) erhältlich.
Geplantes
Neben der allgemeinen Sensibilisierung zur Langzeitarchivierung innerhalb Europas arbeitet DPE nun auch fokussiert zu zwei Nutzergruppen: Radiologen und Fotografen. Hierzu werden unterschiedliche Kommunikationskanäle und -plattformen genutzt, um mit den neuen Zielgruppen zusammenzuarbeiten.
DPE plant unter wePreserve ein neues „Training Event“ für den 23.-27. März 2009 in Madrid, Spanien. Die dort angebotenen Weiterbildungsmöglichkeiten sind ähnlich umfangreich wie bei der im Oktober 2008 in Prag stattgefundene Veranstaltung.
Autoren: Carmen Heister & Marialisa Cornacchia

Workshop: Finanzierung der Langzeitarchivierung von Forschungsdaten
Am 27. Januar 2009 fand in der SUB Göttingen der zweite Workshop des KoLaWiss-Projektes unter dem Titel „Wie kann die Langzeitarchivierung von Forschungsdaten finanziert werden?“ statt. Der Workshop war in drei Blöcke unterteilt: Während im ersten Block das Projektteam seine Förderempfehlungen aus den Arbeitspaketen sowie die Gesamtförderempfehlungen des Projektes zur Diskussion stellte, bestand der zweite Block aus Vorträgen zu thematisch nahe liegenden Themenbereichen.
Dr. Hans Pfeiffenberger  (Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung) referierte unter dem Titel „Auf dem Weg zu einer Policy im Umgang mit Forschungsdaten“ über die Entwicklung von Richtlinien im Umgang mit solchen Daten.
Stefan Strathmann stellte in seinem Vortrag die Ziele, Entwicklungen und Aktivitäten der Alliance for Permanent Access vor.
Dr. Beate Sturm beleuchtete in ihrem Vortrag unter dem Titel "Entwicklung einer europäischen Infrastruktur zur Langzeitarchivierung von Forschungsdaten" das EU-Projekts PARSE.Insight und stellte erste Ergebnisse des Projektes vor.
Im abschließenden dritten Block diskutierten schließlich Dr. Hans Pfeiffenberger (Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung), Dr. Stefan Winkler-Nees (Deutsche Forschungsgemeinschaft), Dr. Jens Klump (GeoForschungsZentrum-Potsdam), Dr. Heike Neuroth (Max Planck Digital Library/SUB) sowie Prof. Dr. Ulrich Sax (Universitätsmedizin Göttingen) über geeignete Methoden zur Finanzierung der Langzeitarchivierung von Forschungsdaten und adäquate Organisationsformen zum Erreichen dieses Ziels.
Mit rund 40 Expertinnen und Experten zur digitalen Langzeitarchivierung war dieser Expertenworkshop gut besucht und konnte dem Projekt wertvolle Anregungen liefern. Die Vortragsfolien, sowie die Förderempfehlungen des Projekts könnten auf der Projektwebseite heruntergeladen werden.
Bereits im Dezember hatte das Projektteam in einem weiteren Expertenworkshop seine Ergebnisse zur Diskussion gestellt. Auch hier diskutierten gut 35 Teilnehmer die Ergebnisse der einzelnen Arbeitspakete in speziellen Break-Out-Sessions und verhalfen bereits hier dem Projekt zu zahlreichen hilfreichen Anregungen für die weiteren Arbeiten. Die Ergebnisse dieses Workshops können sich Interessierte ebenfalls auf der Projektwebseite ansehen.
Autor: Sven Vlaeminck

Das EU-Projekt PARSE.Insight ermittelt in einer EU-weiten Umfrage die langfristige Nutzung und Archivierung wissenschaftlicher Primärdaten. Auf Basis der Umfrageergebnisse werden für die Europäische Kommission eine Roadmap sowie Empfehlungen für eine europäische eInfrastruktur zur Langzeitarchivierung von Forschungsdaten erarbeitet. Die Umfrage richtet sich an die Produzenten und Nutzer von Forschungsdaten aller wissenschaftlichen Communities sowie die Verantwortlichen im Bereich Datenmanagement und Datenspeicherung.
Autorin: Beate Sturm
 
Das europäische Projekt ‚Living Web Archive’ (LiWA) hat jüngst seinen ersten Newsletter veröffentlicht. Diese erste Ausgabe widmet sich der der Darstellung des bisherigen Projektveralufs und stellt Projektaktivitäten aus folgenden Bereichen dar: Capturing komplexer Websites, Spam Beseitigung, Erhaltung temporaler Kohärenz und semantischer Evolution.
Autor: Julien Masanes
 

 

Veranstaltungen, auf denen nestor vorgestellt wurde:

 Veranstaltungen, an denen nestor beteiligt/vertreten sein wird:

nestor E-Mail-Listen
 
Möchten Sie an der Diskussion um digitale Langzeitarchivierung teilnehmen? Dann subskribieren Sie sich bitte für die folgende E-Mail-Liste: nestor@langzeitarchivierung.de, indem Sie eine E-Mail mit dem Betreff subscribe langzeitarchivierung-nestor an die Adresse lists@langzeitarchivierung.de schicken.
Diese Liste ist offen für alle Fragen zu den Themen digitale Langzeitarchivierung und nestor. Beispielsweise kann sie zur vertiefenden Diskussion von Workshopergebnissen genutzt werden.
 
Haben Sie Fragen an das Projektteam? Dann senden Sie bitte eine E-Mail an die folgende Adresse: info@langzeitarchivierung.de
  

 
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Der Newsletter wird von den nestor Partnern kooperativ erstellt. Bei inhaltlichen Fragen, Anregungen, Kommentaren zu dem Newsletter wenden Sie sich bitte an:
Bei technischen Fragen wenden Sie sich bitte an:
 
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