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nestor Newsletter 14/2008 [30. April 2008]



Begrüßung
Wir freuen uns, Ihnen heute den vierzehnten Newsletter des nestor Projektes präsentieren zu können. Mit diesem Newsletter möchten wir Sie über die jüngsten Entwicklungen in nestor und in weiteren Projekten zur digitalen Langzeitarchivierung informieren. Auf der Homepage des Projektes können Sie sich jederzeit aktuell unterrichten.
 



Inhalt

Aktuelle Entwicklungen des Projektes

    Staatsminister besucht nestor auf der CeBIT
    DIN-Ausschuss übernimmt nestor-Normungsprojekte zur Langzeitarchivierung
    Ankündigung: nestor Summer School 2008
    Nachbericht: nestor AG media –Workshop „Replayed - Bewahrung von digitalen Artefakten am Beispiel von Computerspielen“
    Archivveranstaltung

Informationen zu verwandten Projekten


    KoLaWiss: Anforderungen an eine Langzeitarchivierung am Beispiel des Wissenschaftsstandortes Göttingen.
    PREMIS 2.0 veröffentlicht

Rezension


    Caplan, Priscilla (2008): "The Preservation of Digital Materials"


Öffentlichkeitsarbeit / Präsentationen



Aktuelle Entwicklungen des Projektes

 
Staatsminister besucht nestor auf der CeBIT
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Bernd Neumann hat der weltgrößten Messe für Informationstechnik in Hannover, CeBIT, einen Besuch abgestattet.
Im Rahmen seines Messerundgangs machte sich der Regierungsbeauftragte für Kultur und Medien Bernd Neumann ein eigenes Bild über die aktuellen Entwicklungen der IT-Branche. Dabei zeigte er sich sehr interessiert am derzeitigen Verlauf des nestor-Projektes, in dem Experten aus der Archiv-, Bibliotheks- und Museums-Community an den Grundlagen zum langfristigen Erhalt und Zugang zu digitalen Ressourcen zusammenarbeiten. Das Kompetenznetzwerk nestor wird derzeit in seiner zweiten Projektphase vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Am Gemeinschaftsstand „We preserve - European Digital Preservation Initiatives“ stellten neben nestor noch die drei internationalen Projekte CASPAR, Planets und DPE aus. Präsentiert wurden aktuelle Forschungsergebnisse und technische Entwicklungen aus dem Bereich der digitalen Langzeitarchivierung sowie deren Bedeutung für Gedächtnisorganisationen, wissenschaftliche Einrichtungen und die Industrie. Interessierte Besucher konnten sich u. a. über Prototypen von Softwaretools informieren, die Organisationen bei den zentralen Herausforderungen der langfristigen Sicherung von digitalen Ressourcen unterstützen.
Die nestor-Mitarbeiter Stefan Strathmann (SUB Göttingen) und Tobias Beinert (BSB München) schilderten dem Staatsminister die spezifischen Problemstellungen der Langzeitarchivierung und erläuterten, auf welche Weise nestor mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des digitalen Kulturerbes leistet. Das besondere Interesse des Staatsministers galt den Strategien und Methoden der Langzeitarchivierung sowie dem Aufbau der Deutschen Digitalen Bibliothek.  

 
DIN-Ausschuss übernimmt nestor-Normungsprojekte zur Langzeitarchivierung
Am 11. März 2008 fand in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt das erste Treffen des erweiterten DIN-Ausschusses NABD 15 mit dem Arbeitstitel „Archiv und Schriftgutverwaltung – Aufzeichnung und Langzeitverfügbarkeit von Informationsobjekten“ statt.
Ende 2007 hatte das DIN einem Antrag der Deutschen Nationalbibliothek und nestor auf Einrichtung eines Arbeitsausschusses zur Langzeitarchivierung stattgegeben. In der Folge wurde der bestehende NABD 15, Archiv- und Schriftgutverwaltung um den Themenschwerpunkt „Aufzeichnung und Langzeitverfügbarkeit von Informationsobjekten“ und um neue Mitglieder aus dem Langzeitarchivierungsumfeld erweitert. Der Ausschuss ist innerhalb des Normenausschusses Bibliotheks- und Dokumentationswesen (NABD) angesiedelt. Der NABD ist traditionell zuständig für die nationale Normung im Bereich des Informationswesens, insbesondere im Archiv-, Bibliotheks-, Dokumentations-, Museums- und Verlagswesen.
Insgesamt umfasst das Arbeitsprogramm des NABD 15 nun die folgenden, sehr unterschiedlichen Felder der Informationsverarbeitung:

  • Kriterienkatalog Vertrauenswürdige Archive
    Als Grundlage eines praktikablen Zertifizierungsverfahrens soll der nestor Kriterienkatalog vertrauenswürdige digitale Langzeitarchive standardisiert werden. Er schafft für alle an der Langzeitarchivierung Beteiligten Transparenz über die Verfahren und gegenseitigen Ansprüche.
  • Vertrauenswürdigkeit und Interoperabilität von Persistent Identifier (PI)
    Nutzer und Betreiber von PI-Systemen sollen Klarheit über die Funktionalitäten und die Erfordernisse von PI für Vertrauenswürdigkeit und Interoperabilität erhalten.
  • Überführung (Ingest) digitaler Objekte in Langzeitarchive Produzenten, Lieferanten und Archive sollen durch Anwendung der Norm möglichst unabhängig von einer spezifischen Gegenpartei sein und flexibel andere Anbieter/Dienstleister wählen können. Gleichzeitig sollen die Qualität und Langzeitsicherung der digitalen Materialien gesichert sein.
  • Qualitätsmanagement für digitale Langzeitarchive
    Identifikation von Qualitätsmaßstäben für den praktischen Einsatz im Kontext einer vertrauenswürdigen Langzeitarchivierung
  • Rechtssichere Archivierung von digital signierten Dokumenten
    Standardisierung des ArchiSafe-Konzeptes zur langfristigen, rechtssicheren Aufbewahrung elektronischer Dokumente, welches eine erste Zertifizierung vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erwartet.
  • Records Management
    Spiegelung der Arbeit, d.h. internationale Mitarbeit beim ISO Technical Committee 46, Subcommittee 11 (ISO/TC 46/SC 11) - Archives and records administration.
  • PDF/A
    Spiegelung der Arbeit, d.h. internationale Mitarbeit bei ISO/TC 171/SC 2: Normung im Umfeld von PDF/A und PDF/E.


Ankündigung: nestor Summer School 2008
Das nestor Team freut sich eine weitere mehrtägige Fortbildungsveranstaltung, die nestor Summer School 2008, ankündigen zu können.
Diese Veranstaltung wird gemeinsam von nestor und Vertretern verschiedener Hochschulen, die sich über eine Zusammenarbeit zum Thema digitale Langzeitarchivierung verständigt haben durchgeführt und vom Projekte Digital Preservation Europe (DPE) unterstützt. Darüber hinaus ist es gelungen das Kompetenzzentrum PDF/A und die Firma SUN Mikrosystems zu gewinnen, die Teilnahme von Studenten an der Veranstaltung finanziell zu fördern.

Die nestor/DPE Summer School wird vom 16. bis 20. Juni 2008 in der BDB-Musikakademie in Staufen/Breisgau stattfinden und steht unter dem Titel: " "Einführung, Technologien und Strategien für die digitale Langzeitarchivierung".
Die Teilnehmer der nestor/DPE Summer School 2008 erwartet ein leicht modifiziertes Konzept der School. Sie ist in zwei Blöcke untergliedert, die unabhängig voneinander gebucht werden können.
Der erste Block (Montag bis Mittwochmittag) ist eine Einführung in die digitale Langzeitarchivierung. Nach einem allgemeinen Überblick werden die Themenbereiche Metadaten und Standards im Kontext der Langzeitarchivierung vorgestellt. Andere Themen sind File Formats/Significant Properties, OAIS, Zertifizierung und Auswahlkriterien.
Im zweiten Block (Mittwochmittag bis Freitag) findet ein Aufbauworkshop zu Speichertechnologien und Strategien der dLZA statt. Fragen nach der Haltbarkeit von Datenträgern werden ebenso behandelt wie die Auswahl geeigneter Strategien zur Langzeitarchivierung, das sogenannte "Preservation Planning".
Daneben ist die Veranstaltung ein idealer Rahmen, um Kontakte und Netzwerke auf- und auszubauen, da alle gemeinsam (Teilnehmer und Referenten) mit am Thema interessierten Kolleginnen und Kollegen zu einem intensiven Austausch zusammenkommen.

Bedingt durch den großen Zuspruch, war die nestor Summer School 2008 schon bald nach der Bekanntgabe ausgebucht. Es ist nur noch möglich sich auf der Warteliste für den Fall vormerken zu lassen, das ein Teilnehmer absagen muss.  

 
Nachbericht: nestor AG media –Workshop „Replayed - Bewahrung von digitalen Artefakten am Beispiel von Computerspielen“
Dieser Workshop war mit ca. 30 Teilnehmern aus Museen, Archiven und Bibliotheken gut besucht, die sich über die Nutzung von Emulation im Rahmen der Langzeitarchivierung komplexer digitaler Applikationen am Beispiel von Computerspielen und Medienkunst informierten.
Eine Einführung in das Thema Computerspiele, ihre Geschichte und Argumente für deren Bewahrung bot Dr. Britta Neitzel vom Institut für Medienwissenschaften an der Universität Siegen. In ihrem Vortrag „Medien — Geschichte — Computerspiele“ betonte sie die Notwendigkeit der Archivierung von Computerspielen als eine wichtige Quelle für die Erforschung und Analyse der Mediengeschichte. Das Thema habe momentan in der Mediengeschichtlichen Forschung noch nicht den Stellenwert, der dem Einfluss des Mediums auf unsere Kultur entspreche. Ein Indiz dafür sei unter anderem im Fehlen einer wissenschaftlich fundierten Geschichte des Mediums zu sehen.
Andreas Lange, Leiter des Computerspiele Museums im fjs e.V., gab in seinem Vortrag „Bewahrung der Sammlung des Computerspiele Museums durch den Einsatz von Emulatorenprogrammen“ einen Einblick in die Aktivitäten des Museums unter Einbeziehung der Leistungen der Gamer-Community, vor allem im Hinblick auf die Erstellung und Pflege von Emulatorenprogrammen. Er betonte, dass die technischen wie auch juristischen Probleme zurzeit Hindernisse auf dem Weg der Archivierung bilden.
Im Mittelpunkt des Vortrags von Dirk von Suchodoletz, Institut für Informatik und Rechenzentrum der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, „Emulation - Wiederherstellung von Ablaufumgebungen am Beispiel von Computerspielen“ stand die technische Umsetzung der Emulation mit den dabei entstehenden Möglichkeiten, aber auch den langfristigen Konsequenzen. Emulation bildet die Brücke zwischen einer nicht mehr verfügbaren Technologie und dem jeweils aktuellen Stand der Technik, der jedoch in Zukunft ebenfalls veralten wird.
Die Brücke zur Medienkunst und die Rolle der Emulation bei ihrer Bewahrung schlug Tabea Lurk, Hochschule der Künste Bern, mit ihrem Vortrag „Virtualisierung als Konservierungsmaßnahme? - Fragen zur nachhaltigen Erhaltung von computer- und internetbasierten Kunstformen“. Ein wesentlicher Punkt ihres Beitrages war die Problematik der Interdependenzen von Soft- und Hardware im Rahmen der Erhaltung eines Werkes der Medienkunst. Auch wenn es gelingt, die Software per Emulation auszuführen, ist auch das „Look and Feel“ der originalen Hardware für das Kunsterlebnis und die künstlerische Aussage bedeutsam.
In der abschließenden angeregten Diskussion wurde von den ReferentInnen gerade der letzte Punkt als gemeinsames Problem der beiden Genres hervorgehoben. Die Technik der Emulation bietet Chancen für die Erhaltung komplexer Applikationen, jedoch ist sie nur ein Teil der Aufgabe. Ein kritischer Umgang mit dem Archivgut verlangt daher eine angemessene Dokumentation und eine Definition der Grenzen der Objektauthentizität.
Im Bereich der AG media auf der nestor-Website stehen Präsentationen des Workshops sowie weiteres Material zum Download zur Verfügung.  

 
Archivveranstaltung
Am 10.4.2008 fand am Bundesarchiv ein nestor-Seminar zur Verwendung von Langzeiterhaltungsmetadaten in Archiven statt. Auf dem Programm standen Beiträge zu den Fragen:

  • Was sind Langzeiterhaltungsmetadaten?
  • Wie können Langzeiterhaltungsmetadaten im Archiv verwaltet werden?
  • Das Metadatenschema PREMIS und seine praktischen Möglichkeiten.

Gastreferent war Herr Olaf Brandt von der KB der Niederlande, der als Mitentwickler Einblicke in die Konzeption des Standards PREMIS gab. Herr Huth vom Bundesarchiv moderierte und ergänzte die Veranstaltung. Die 28 TeilnehmerInnen des Seminars kamen aus allen Bereichen des Archivwesens. Weitere Informationen zu diesem oder vergangenen Seminaren finden sind hier zu finden.  

 



Informationen zu verwandten Projekten
Gastbeiträge geben die Meinung der jeweiligen Autorin bzw. des jeweiligen Autors wieder. Die Verantwortung für den Inhalt des Beitrags trägt die Autorin / der Autor.

 

KoLaWiss: Anforderungen an eine Langzeitarchivierung am Beispiel des Wissenschaftsstandortes Göttingen. 
Um die Anforderungen der wissenschaftlichen Community an digitale Langzeitarchivierungsmaßnahmen zu evaluieren, wird gegenwärtig das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt KoLaWiss („Kooperative Langzeitarchivierung für Wissenschaftsstandorte“) durchgeführt. Unter Projektleitung der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH (GWDG) führen die Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB), der Geschäftsbereich Informationstechnologie (G3-7 IT) und die Medizinische Informatik (MI) der Universitätsmedizin eine 1-jährige Studie zum Thema Langzeitarchivierung von digitalen Primärdaten an Wissenschaftsstandorten durch.

Die in Göttingen bestehende Konstellation wissenschaftlicher Einrichtungen mit ihrer regionalen und überregionalen Verflechtung kann als exemplarisch für die großen Wissenschaftsstandorte in der Bundesrepublik angesehen werden. Am Beispiel Göttingens wird ein Organisations- und Geschäftsmodell für eine kooperative Langzeitarchivierung (LZA) entwickelt, wobei vorhandene Kooperationsstrukturen lokaler IT-Einrichtungen und deren Vernetzung mit überregionalen und internationalen Institutionen hinsichtlich ihrer LZA-spezifischen Anforderungen auf ihre Ausbaubarkeit hin evaluiert werden.

Im Rahmen des KoLaWiss-Projekts werden zunächst die an den unterschiedlichen Einrichtungen in Göttingen anfallenden digitalen Datenbestände erfasst. Dazu konnte unter anderem auf die Ergebnisse einer umfangreichen Onlinebefragung zurückgegriffen werden, die von nestor/ SUB an der Universität Göttingen und von der ETH Zürich kürzlich gemeinsam durchgeführt worden war. Der nächste wesentliche Arbeitsschritt besteht in der Erarbeitung und Zuordnung einer auf LZA-Aspekte ausgerichteten Kategorisierung der zu speichernden digitalen Daten.

Darauf aufbauend wird die LZA insbesondere von Forschungsprimärdatenbeständen hinsichtlich der Fragestellungen Technik, Recht, Kosten, Organisation und Fördermaßnahmen untersucht und es werden Konzepte für eine effiziente Kompetenz-, Zuständigkeits- und Aufgabenteilung entwickelt. Ferner werden Kosten-, Abrechnungs- und Geschäftsmodelle für eine kooperative LZA an einem Standort (LZA-Knoten) erstellt. Die Ergebnisse werden standortneutral formuliert, so dass sie auf andere Wissenschaftsstandorte übertragen werden können. So weit  möglich, werden bundesweite Förderempfehlungen für eine konkrete Umsetzung der Organisations- und Geschäftsmodelle von LZA-Knoten zusammengestellt.
Autor: Sven Vlaeminck 

 
PREMIS 2.0 veröffentlicht
Das PREMIS Editorial Committee veröffentlicht die Überarbeitung des PREMIS Data Dictionary für Langzeitarchivierungsmetadaten in Version 2.0. PREMIS ist eine internationale Initiative, die in Zusammenwirkung unterschiedlicher Kulturerbeinstitutionen wie Archive, Bibliotheken, Museen, Regierungsinstitutionen und privaten Firmen einen gemeinsamen Metadatenstandard für die digitale Langzeitarchivierung mit einem breiten Einsatzfeld geschaffen hat. Langzeitarchivierungsmetadaten können als Informationen aufgefasst werden, die eine archivierende Institution benötigt, um digitale Objekte langfristig verfügbar zu halten und die dafür notwendigen Aktivitäten planen, durchführen und dokumentieren zu können.
Das erste Data Dictionary wurde im Mai 2005 mit unterstützenden Empfehlungen und Handreichungen veröffentlicht.
PREMIS hat sich in der Langzeitarchivierungscommunity einen festen Platz als Nachschlagewerk für Implementierungen von Langzeitarchivierungsmetadaten und als gemeinsames Austauschformat erarbeitet. Die bahnbrechende internationale und interinstitutionelle Zusammenarbeit wurde dabei u.a. durch Preise der DPC und der Association of American Archivists gewürdigt.
Das PREMIS Editorial Committee, welches die Pflege und Weiterentwicklung von PREMIS koordiniert, hat seit der Veröffentlichung systematisch Kommentare von Implementierungen und Experten aus der Community gesammelt, um sie in eine überarbeitete Version des PREMIS Data Dictionary einfließen zu lassen. Neben einer Korrektur von Errata finden sich die größten Änderungen in einem angepasstem, flexibleren Datenmodell, zum Teil granulareren Beschreibungsmöglichkeiten, überarbeiteten und internationalisierten Rechteinformationsbeschreibungen, sowie einem neuen XML-Schema.
Das PREMIS Data Dictionary für Preservation Metadata in Version 2.0 ist hier frei verfügbar. Der Entwurf eines XML-Schemas für die Implementierung von PREMIS Version 2.0 ist ebenfalls verfügbar.
Da es sich bei diesem XML-Schema um eine grundlegende Neukonzeptionierung im Vergleich zu den XML-Schemas in Version 1.1 handelt, befindet es sich noch in einem öffentlichen Review. Kommentare zum XML-Schema richten Sie bitte in englischer Sprache an Ray Denenberg.
Autor: Olaf Brandt  

 



Rezension

Caplan, Priscilla (2008). “The Preservation of Digital Materials” Library Technology Reports (Februar/März 2008) Ausgabe: 44:2.
Terry Kuny prophezeite 1997, dass ein ganzes Zeitalter des Wissens, welches ausschließlich auf elektronischer Speicherung beruht, für immer verloren gehen könnte, und dass diese Ära als „digitales dunkles Zeitalter“ in die Geschichte eingehen könnte, falls sich Bibliothekare und Archivare nicht den Herausforderungen der digitalen Langzeitarchivierung stellen.

Caplan nutzt diese Aussage als Einleitung zu ihrem Buch „Preservation of Digital Materials“. Sie will mit diesem Buch jedoch keine allumfassende Abhandlung liefern: „Diese Ausgabe …soll eine verhältnismäßig kurze, relativ umfassende Einführung in die Digitale Langzeitarchivierung geben.“

Kapitel 1 widmet sich der Definition digitaler Langzeitarchivierung; Kapitel 2 erläutert Ziele und Strategien der digitalen Langzeitarchivierung. Kapitel 3 erörtert Grundlagen anhand des Referenzmodells Open Archival Information System (OAIS), dem heutigen Digitalisierungsarbeiten zugrundeliegenden Standard. Darüber hinaus behandelt Caplan Archivierungsmetadaten, Konzepte vertrauenswürdiger Repositorien und deren Zertifizierung. Kapitel 4 behandelt die Thematik von den Grundlagen bis hin zu digitalen Formaten und Tools, die ein dauerhaftes Management der Archivinhalte ermöglichen. Dies umfasst sowohl eine kurze Erläuterung der vom Britischen Nationalarchiv entwickelten Digital Record Object Identification (DROID) Software, die zur Identifizierung von Dateiformaten anhand ihrer binären Signaturen genutzt wird, als auch JHOVE (JSTOR/Harvard Object Validation Environment), eine Software zur Identifizierung, Validierung und Charakterisierung von digitalen Dateien und Registrierungssoftware.

Nationale und internationale Archivierungsprogramme und – initiativen sind Gegenstand des fünften Kapitels. In Kapitel 6 werden die wichtigsten Open Source Repository-Anwendungen diskutiert. Caplan gibt dort einen kurzen Überblick über institutionelle Repository Software und bemerkt: “Für viele sind institutionelle Repositorien gleichbedeutend mit reinen Archivrepositorien (S. 26).

Institutionelle Repositorien (IR) mögen nicht die ultimative Lösung sein, aber zumindest ermöglichen sie öffentlichen Organisationen, einerseits Inhalte zu archivieren, die sonst verloren gehen würden, und andererseits angemessene Autorenrechte sicherzustellen.
Betrachtet man IR als Archivrepositorien, so stellt man fest, dass sie Aufnahme- und Metadatenpotential haben, das den Anforderungen aktueller Archivierungsaktivitäten hinsichtlich Verfügbarkeit und Identifizierung genügt.
IR-Anwendungen unterscheiden sich von Archivrepositorien jedoch hinsichtlich des Ausmaßes, in dem sie Authentizität und Interpretierbarkeit unterstützen. (S. 27)

Das letzte Kapitel widmet sich den Archivierungsaktivitäten in den Bereichen elektronische Zeitschriften, Web Harvesting, Neue Medien und Kunst, Akten und private Sammlungen. Jedes dieser Themen würde in einem ausführlicheren Werk mindestens ein eigenes Kapitel verdienen.

Caplans Buch gibt – wie von der Autorin beabsichtigt –  in einfachem Englisch einen kurzen Überblick über die Thematik und vermeidet größtenteils den OAIS-Jargon - SIPS, DIPS und AIPS werden nur ein- oder zweimal genannt. Caplan unterlässt zudem Begründungen für die grundsätzliche Notwendigkeit digitaler Archivierung. Sie geht davon aus, dass den Lesern ihres Buches die Gründe dafür hinreichend bekannt sind.
Aufgrund ihres Ansatzes, ein Überblickswerk zu liefern, setzt Caplan voraus, dass der Leser zur Vertiefung des Themas zusätzliche Literatur konsultieren muss. Jeder Abschnitt gibt als weiterführende Literatur drei oder vier Artikel und verschiedene Webseiten an. Da es jedoch eine außerordentlich große Menge an Literatur in diesem Bereich gibt, ist eine Auswahl weniger Artikel problematisch. Eine umfassendere Literaturliste wäre in diesem Fall sinnvoller gewesen.

Obwohl das Buch bei einem Preis von 40 Dollar nicht unbedingt günstig ist, ist es für Einsteiger in das Thema der digitalen Langzeitarchivierung eine Pflichtlektüre. Lehrkräfte im Bereicht der Bibliothekswissenschaft sollten dieses Werk ihren Studierenden als Übersichtswerk empfehlen. Für alle, die einen Einstieg in das Thema der digitalen Langzeitarchivierung suchen, ist dieses Buch ebenfalls als Basislektüre geeignet. Die Angaben zur weiterführenden Literatur ermöglichen es zudem, das erworbene Grundwissen bei Bedarf zu vertiefen.
Autorin: Liz Bishoff, University of Colorado at Boulder

 



Öffentlichkeitsarbeit / Präsentationen

Veranstaltungen, auf denen nestor vorgestellt wurde:

Veranstaltungen, an denen nestor beteiligt/vertreten sein wird:

 


nestor E-Mail-Listen

Möchten Sie an der Diskussion um digitale Langzeitarchivierung teilnehmen? Dann subskribieren Sie sich bitte für die folgende E-Mail-Liste:
nestor@langzeitarchivierung.de,
indem Sie eine E-Mail mit dem Betreff subscribe langzeitarchivierung-nestor an die Adresse lists@langzeitarchivierung.de schicken.
Diese Liste ist offen für alle Fragen zu den Themen digitale Langzeitarchivierung und nestor. Beispielsweise kann sie zur vertiefenden Diskussion von Workshopergebnissen genutzt werden.

Haben Sie Fragen an das Projektteam? Dann senden Sie bitte eine E-Mail an die folgende Adresse: info@langzeitarchivierung.de
   


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02. Newsletter vom 18.03.2004
03. Newsletter vom 24.08.2004
04. Newsletter vom 18.12.2004
05. Newsletter vom 20.04.2005
06. Newsletter vom 12.08.2005
07. Newsletter vom 15.12.2005
08. Newsletter vom 21.03.2006
09. Newsletter vom 30.06.2006
10. Newsletter vom 29.01.2007
11. Newsletter vom 27.04.2007
12. Newsletter vom 30.08.2007
13. Newsletter vom 13.12.2007

 

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