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nestor Newsletter 13/2007 [19. Dezember 2007]



Begrüßung
Wir freuen uns, Ihnen heute den dreizehnten Newsletter des nestor Projektes präsentieren zu können. Mit diesem Newsletter möchten wir Sie über die jüngsten Entwicklungen in nestor und in weiteren Projekten zur digitalen Langzeitarchivierung informieren. Auf der Homepage des Projektes können Sie sich jederzeit aktuell unterrichten.
 



Inhalt

Aktuelle Entwicklungen des Projektes

    Zum Gedenken an Hans Liegmann (1953 – 2007)
    INS-Initiative 2007 abgeschlossen
    Ankündigung Standards Workshop
    Nachbericht nestor/DPE Schools in Vilnius und Gernrode 
    Nachbericht zu den nestor Seminaren für Archivarinnen und Archivare

Informationen zu verwandten Projekten


    Digital Preservation Europe (DPE)
    Webarchivierung 2.0 beim Deutschen Bundestag

Öffentlichkeitsarbeit / Präsentationen

  



Aktuelle Entwicklungen des Projektes

 
Zum Gedenken an Hans Liegmann (1953 – 2007)
Für uns alle völlig unfassbar ist unser Kollege Hans Liegmann am 22. November 2007 im Alter von 54 Jahren während eines Urlaubs tödlich verunglückt. Der späte Jahresurlaub sollte die Beurlaubungsphase abrunden und abschließen, die er sich nach jahrelangem engagierten Einsatz für das Thema ‚elektronische Publikationen’ seit Sommer 2006 gegönnt hatte. Im Januar 2008 wollte er wiederkommen - wir hatten uns alle schon darauf gefreut. Seine Kompetenz, die er in seiner bescheidenen und zurückhaltenden Art in den Dienst der Deutschen Nationalbibliothek stellte, wird uns sehr fehlen.

Im Alter von 20 Jahren begann Hans Liegmann sein Berufsleben in der damaligen Deutschen Bibliothek Frankfurt am Main. Nur kurz haben ihn in all den Jahren seiner Berufstätigkeit andere Themen als die elektronische Datenverarbeitung beschäftigt: Für wenige Monate arbeitete er in der alphabetischen Katalogisierung.

Ansonsten finden sich in Hans Liegmanns Tätigkeitsbeschreibungen eher Aufgaben wie die Anfertigung komplexer Programme und die Betreuung der Datenbank „Bibliotheksverbundsystem-Datenverwaltung (BVS-D)“, später dann Entwicklung und Analyse neuer DV-Anwendungen und des zukünftigen Datenbankkonzepts der Deutschen Nationalbibliothek.

1995 stieg Hans Liegmann in den höheren Bibliotheksdienst auf. Nach dem Staatsexamen wurde seine Arbeit insbesondere durch die konzeptionelle Erarbeitung und Einführung des Multimedia-Bereitstellungssystems (MMB) im neuen Lesesaal des Frankfurter Standortes dominiert, der im April 1997 bezogen wurde. Im Dezember 1999 übernahm er das Sachgebiet Elektronische Dokumente (EDOK) und war mit der Planung und Entwicklung konzeptioneller Lösungen und der Erarbeitung technischer Spezifikationen für die Digitale Bibliothek der Zukunft befasst. Die in der Deutschen Nationalbibliothek erarbeiteten Erkenntnisse und Erfahrungen vertrat er in europäischen Projekten und Arbeitsgruppen wie z.B. der D-A-CH-Gruppe zwischen den Nationalbibliotheken Österreichs, der Schweiz und Deutschlands.

MMB, Elektronische Depotbibliothek, Digitalisierungsaktivitäten, NEDLIB: Keines dieser Projekte (um nur einige zu nennen) wäre ohne den engagierten und fachkundigen Einsatz von Hans Liegmann gediehen. In diese Zeit fallen erste Gespräche mit Verlagen, Universitäten und Regionalbibliotheken über freiwillige Ablieferung und Kooperationen bei der Sammlung von Netzpublikationen; erste Workflows für die Ablieferung, Sammlung und Archivierung dieser Publikationsformen entstehen. Sein letztes Projekt für die Deutsche Nationalbibliothek war der Aufbau und die Koordinierung von nestor, dem Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung. Sein Einsatz für diese Thematik brachte ihm im Kontext seiner sonstigen Zuständigkeiten insgeheim den Spitznamen „Mister Langzeitarchivierung“ ein.

Im Sommer 2006 hat sich Hans Liegmann entschieden, eine Pause in seiner Berufstätigkeit einzulegen, um sich eine Zeit lang anderen Fragestellungen zu widmen. Wenige Wochen vor der verabredeten Wiederaufnahme seiner Tätigkeit in der Deutschen Nationalbibliothek ist er nun während einer der von ihm sehr geliebten Reisen in ferne Länder gestorben.

Wir trauern um einen Kollegen, dessen bescheidene und zurückhaltende Art die Zusammenarbeit mit ihm immer angenehm gemacht hat. Teamorientiert hat er sein konzeptionelles und strukturiertes Denken auf die Lösung der anstehenden Probleme konzentriert, war dabei immer freundlich und kollegial. Mit hohen Ansprüchen an sich selbst hat er vielen Projekten der Deutschen Nationalbibliothek Richtung und Schwung gegeben. In nationalen und europäischen Projekten war er ein hervorragender Botschafter für die Sache und für die Deutsche Nationalbibliothek.

Wir werden ihn nicht vergessen.

Ute Schwens (Für die Deutsche Nationalbibliothek und das nestor Team)
 

INS-Initiative 2007 abgeschlossen
Am 14. Dezember 2007 reichte die nestor-AG „Standards für Metadaten, Transfer von Objekten in digitale Langzeitarchive und Objektzugriff“ eine erste Studie über Möglichkeiten zu Standardisierungen im Bereich der Persistent Identifier beim Deutschen Institut für Normung e. V. (DIN) ein. Im Rahmen der „Innovation mit Normen und Standards (INS)-Initiative“, die vom Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) und dem DIN gefördert wird, hatte die nestor-AG Standards im zweiten Halbjahr 2007 die Erarbeitung eines Standardisierungsansatzes für PIs koordiniert.

Die Studie adressiert das Problem, dass die zurzeit im Einsatz befindlichen  Persistent Identifier-Systeme wie z.B. Uniform Resource Names (URN), der Digital Object Identifier (DOI), das Handle-System u.a. untereinander nicht kompatibel sind. Mit jedem System sind eigene technische und organisatorische Rahmenbedingungen verknüpft. Institutionen, die einen PI-Dienst aufbauen oder nutzen wollen (z.B. Archive, Bibliotheken, Verlage), müssen sich daher für eines der Systeme entscheiden. Es besteht jedoch kein Konsens über Kriterien, die Nutzer und Institutionen zur Beurteilung der Interoperabilität und Vertrauenswürdigkeit dieser Systeme heranziehen können.

Drei Aspekte standen im Mittelpunkt des INS-Projektes:

  1. Erarbeitung eines Konzepts, das PI-Anbietern und -Nutzern die sachliche Beurteilung verschiedener PI-Systeme im Hinblick auf ihre Vertrauenswürdigkeit ermöglicht.
  2. Besondere Berücksichtigung der speziellen Anforderungen verschiedener Institutionen (Archive, Bibliotheken) an PIs.
  3. Erprobung eines praktischen Lösungsansatzes zur Interoperabilität von Resolversystemen. 

Bei der Erarbeitung des Kritierienkatalogs wurde das nestor-Konzept der Vertrauenswürdigkeit auf Persistent Identifier angewandt. Es wurden Kriterien formuliert, anhand derer die Vertrauenswürdigkeit verschiedener PI-Systeme überprüft werden können. Noch erhebt der Katalog keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bietet jedoch eine geeignete Grundlage für die weitere Diskussion. 2008 wird der Kriterienkatalog für Vertrauenswürdige PIs einer erweiterten Expertenöffentlichkeit zur Diskussion vorgestellt.

In zwei Fallstudien werden die spezifischen Anforderungen von Bibliotheken und Archiven an PIs beleuchtet. Die Fallstudien zeigen, dass es im Grundsatz viele gemeinsame Anforderungen gibt. Die spezifischen Anforderungen aufgrund der unterschiedlichen Eigenschaften von Archivgut und Publikationen werden gesondert herausgestellt.

Mit „N2T“ wurde außerdem mittels einer Testimplementation ein Ansatz zur Interoperabilität und Unterstützung der Vertrauenswürdigkeit von Persistent Identifier-Systemen erprobt. An der SUB Göttingen ist eine funktionsfähige N2T-Testumgebung installiert und auf Funktionalität und Performanz getestet worden. Dies hat zu dem Ergebnis geführt, dass N2T die von ihm adressierten Probleme der Interoperabilität und Vertrauenswürdigkeit effektiv löst und wahrscheinlich für den realen Großeinsatz geeignet wäre. Die Analyse des N2T-Ansatzes hat ergeben, dass es aber neben den behandelten Aspekten auch weitere, bisher allgemein ungelöste Aufgaben gibt, die weitere Arbeiten erfordern.

Während der Projektlaufzeit haben sich eine Reihe von weiteren Fragen und Aufgabenstellungen ergeben, in der geplanten Fortführung des Projektes 2008 bearbeitet werden.
 

Ankündigung Standards Workshop
Die Übergabe von digitalen Objekten an ein digitales Langzeitarchiv ist ein Prozess, der aus mehreren kritischen Arbeitsschritten besteht. Die Langzeiterhaltung der digitalen Information kann nur gelingen, wenn dieser Übernahmeprozess kontrolliert durchgeführt wird und die digitalen Objekte im gewünschten Format technisch intakt das Archiv erreichen. Das Referenzmodell eines Open Archive Information Systems (ISO 14721) bezeichnet diesen Prozess mit dem Begriff „Ingest“. Die nestor-AG „Standards für Metadaten, Transfer von Objekten in digitale Langzeitarchive und Objektzugriff“ beschäftigt sich seit einem Jahr mit der Standardisierung eines solchen Übernahmeverfahrens auf Grundlage des ISO Standards 14721 und des ISO Standards 20652 „Producer-Archive Interface Methodology Abstract Standard“. Ziel ist die Veröffentlichung des Rahmenwerks „Wege ins Archiv: Leitfaden für die Informationsübernahme ins dLZA". Der Leitfaden soll sowohl Archiven als auch Bibliotheken helfen, strukturierte Prozesse für die Übernahme ihrer digitalen Objekte zu etablieren. Der erste Entwurf des Leitfadens wird im März 2008 veröffentlicht. Im Rahmen dieser Veröffentlichung lädt die AG-Standards Experten aus den Archiven, den Bibliotheken, den Museen und der Wirtschaft zu einem Workshop ein, auf dem über den Entwurf öffentlich diskutiert wird. Die Veranstaltung wird voraussichtlich im Bundesarchiv in Koblenz stattfinden.
 

Nachbericht nestor/DPE Schools in Vilnius und Gernrode
Vom 1. bis 5. Oktober 2007 fand in Vilnius (Litauen) unter dem Moto ‘Principles of Digital Preservation: a hands-on approach’  eine gemeinsame Schulungsveranstaltung der Projekte DPE, Planets und nestor statt. Die Veranstaltung war mit knapp 30 Teilnehmern aus den verschiedenen Bereichen der Gedächtnisorganisationen sehr gut besucht. Wie das Feedback der Teilnehmer belegt, war die Veranstaltung ein großer Erfolg und konnte erste Eindrücke der behandelten Themen vermitteln (OAIS Reference Model, Preservation Metadata, File Formats, Trusted Repositories, Preservation Planning Strategies).

Eine weitere mehrtägige Schulungsveranstaltung hat nestor gemeinsam mit Vertretern verschiedener Hochschulen und mit dem europäischen Projekt DPE vom 11. bis 15. November in Gernrode/Harz durchgeführt. Die nestor Winter School 2007 stand unter dem Titel „Praktische Anwendungsfelder der digitalen Langzeitarchivierung“ und widmete sich, neben einführenden Themen, besonders den praktischen Fragen der digitalen Langzeitarchivierung. Insbesondere die Anforderungen und praktischen Erfahrungen mit Archivierungssystemen wie auch Fragen der Webarchivierung wurden von den über 40 Teilnehmern der Veranstaltung intensiv erörtert. Der Teilnehmerkreis setzte sich etwa zur Hälfte aus Praktikern aus verschiedenen Gedächtnisinstitutionen und zur anderen Hälfte aus Studenten (Archiv, Bibliothek und Dokumentation) zusammen. Ebenfalls knapp die Hälfte der Teilnehmer hatte zuvor schon an der nestor Spring School 2007 teilgenommen. Die Auswertung der Evaluationsbögen zur Veranstaltung bestärkt uns darin, diesen Bereich der nestor Aktivitäten weiter auszubauen und auch künftig wieder mehrtägige Aus- bzw. Weiterbildungsveranstaltungen anzubieten. Die nächste ähnliche Veranstaltung wird von uns gegenwärtig für den 16. bis 20. Juni 2008 in Staufen/Breisgau vorbereitet. Nähere Informationen zu dieser Veranstaltung werden rechtzeitig über die nestor Homepage bekanntgegeben.
 

Nachbericht zu den nestor Seminaren für Archivarinnen und Archivare
Ein Bereich, der in der zweiten Projektphase des nestor Projektes ausgebaut wird, ist die Durchführung von Seminaren, die speziell die Langzeitarchivierung in Archiven in den Mittelpunkt rücken. Diese Seminare werden vom Bundesarchiv in Koblenz konzipiert und organisiert. Die Referentinnen und Referenten kommen hauptsächlich aus dem Archivwesen. Die einzelnen Seminare sollen sowohl inhaltlich für sich stehen als auch für regelmäßige Besucherrinnen und Besucher eine sinnvolle, aufeinander aufbauende Veranstaltungsreihe bilden. Im Jahr 2007 fanden bereits zwei dieser Seminare statt.

Das erste Seminar im Mai befasste sich mit der Rolle des Open Archive Information Systems (ISO 14721:2003) beim praktischen Aufbau eines digitalen Langzeitarchivs. Hierzu konnten zwei hochrangige Experten mit praktischer Erfahrung beim Aufbau von Archivsystemen am Bundesarchiv in der Schweiz als Referenten gewonnen werden. Das zweite Seminar, das erst kürzlich Ende November statt fand, behandelte das Thema „Metadaten aus Behördensystemen“. Vier Referentinnen, die praktisch auf dem Gebiet der Austauschschnittstellen von Metadaten aus Vorgangsbearbeitungssystemen arbeiten, vermittelten Einblicke in den technischen Aufbau eines Metadatenschemas zum Austausch zwischen Behörden- und Archivsystemen und schilderten ihre Erfahrungen über die anfallenden organisatorischen Arbeiten in Standardisierungsgremien.

Beide Seminare fanden Zuspruch innerhalb der Archivgemeinde. Da es ein grundlegendes Konzept der Seminarreihe ist, den Teilnehmern und den Referenten genügend Raum für Diskussionen zu geben, beschränkt sich die Höchstzahl der Teilnehmer auf vierzig Personen. Diese Zahl wurde bei beiden Veranstaltungen erreicht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen ausschließlich aus dem Archivbereich. Es waren Vertreterinnen und Vertreter aus Archiven auf kommunaler und staatlicher Ebene vertreten.

Wir möchten uns bei allen Referentinnen und Referenten für ihren Beitrag sowie bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Vertrauen im letzten Jahr bedanken. Für das Jahr 2008 sind wieder zwei Seminare geplant. Die nächste Veranstaltung findet im Frühjahr im Bundesarchiv in Koblenz statt. Der Schwerpunkt liegt dann auf den technischen Metadaten, die bei der digitalen Langzeitarchivierung vom Archiv besonders zu berücksichtigen sind.
 



Informationen zu verwandten Projekten
Gastbeiträge geben die Meinung der jeweiligen Autorin bzw. des jeweiligen Autors wieder. Die Verantwortung für den Inhalt des Beitrags trägt die Autorin / der Autor.

DPE
Das Projekt DigitalPreservationEurope (DPE), das sich bereits im vorletzten nestor Newsletter vorgestellt hat, kann in einigen Bereichen beachtenswerte Fortschritte berichten:

Kompetenzzentren: Bestandsaufnahme
Die Europäische Kommission ermuntert die Mitgliedstaaten, ihre digitalen Güter langfristig zu sichern und deren Verfügbarkeit und Nachnutzbarkeit zu erhalten. In diesem Kontext hat sie den Mitgliedstaaten die Aufgabe gesetzt, ihre Strategien für die digitale Langzeitarchivierung von digitalen Informationen bis Mitte 2008 festzulegen.
Um die notwendige Infrastruktur in ganz Europa zu entwickeln, bedarf es bewährter Führung und Anleitung. Auch wenn bereits eine Reihe schon vorhandener Kompetenzzentren entsprechende Hilfe anbietet, sind diese nicht immer hinreichend auf die Beantwortung aller Fragestellungen im Bereich der digitalen Langzeitarchivierung und Langzeitverfügbarkeit vorbereitet.
In einem State-of-the-Art-Bericht zur aktuellen Situation empfiehlt DPE die Schaffung eines föderalen Netzwerks von Kompetenzzentren mit einer gemeinsamen Schnittstelle für die Bereitstellung von Ressourcen und Dienstleistungen. Dieser Ansatz ist eine Antwort auf Fragen der digitalen Langzeitarchivierung, die nicht von einzelnen Zentren allein bewältigt werden können.
Auf den Webseiten des Projektes wird eine Liste von Kompetenzzentren geführt, in die sich auch weitere Institutionen eintragen können.

Der Gewinner des "First Digital Preservation Challenge" steht fest
Eines der Hauptziele von DigitalPreservationEurope (DPE) ist es, Bewusstsein für den nachhaltigen Umgang mit digitalen Inhalten zu schaffen. Die Digital Preservation Challenge zielt darauf ab, Studenten aller Fachrichtungen für spannende Thematiken im Umfeld der digitalen Langzeitarchivierung zu begeistern.
Die erste Challenge bestand aus sechs praxisnahen Szenarien. Die Teilnehmer hatten die Aufgabe, sechs digitale Objekte zu bearbeiten, sie bestmöglich darzustellen und Strategien für deren Langzeitarchivierung zu entwickeln. Die erste Digital Preservation Challenge lief vom 25. Mai bis zum 15. Juli 2007 und es wurden zahlreiche, qualitativ hochwertige Beiträge eingesendet. Der Sieger, Miguel Ferreira (University of Minho, Portugal), hat alle sechs Aufgaben ausgezeichnet gelöst.
Die zweite Ausgabe der Challenge, wieder zusammengestellt von der Technischen Universität Wien, wird am 15. Januar 2008 online gestellt und ist für Studenten aller Studienrichtungen und Nationalitäten gedacht (professionelle Forscher und Forschungsgruppen sind von der Teilnahme ausgeschlossen). Es sind Preisgelder zwischen 500 € und 3000 € ausgelobt. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite der Digital Preservation Challenge oder per Mail an challenge@digitalpreservationeurope.eu

Drambora
Fachbezogene und Institutionelle Repositorien werden zunehmend als Mittel für die Sicherung einer langfristigen Verfügbarkeit von digitalen Informationen gesehen. In Repositorien werden nicht nur digitale Materialien gespeichert, sie dienen auch der Minimierung von Risiken, die für die Authentizität, die Integrität und Verständlichkeit der digitalen Objekte im Laufe der Zeit eine Rolle spielen. Folglich werden sie für eine wachsende Brandbreite von digitalen Inhalten relevant und es besteht ein großes Interesse an der Ermittlung von Vor- und Nachteilen.
Die Digital Repository Audit Method Based on Risk Assessment (DRAMBORA) ist eine auf der Risikoanalyse beruhende Methode für die Selbstevaluierung von Repositorien. Die Durchführung eines solches Audits erfordert die genaue Prüfung der Organisationsstrukturen, Grundsätze und Infrastrukturen eines Repositories, um so die drängendsten Risiken zu identifizieren und ihnen durch Risikomanagement zu begegnen.
Im Januar 2008 wird das Tool, das bisher offline zum Download angeboten wird, zusätzlich auch als online Tool vorgestellt.
Aufbauend auf umfangreiche Vorarbeiten des DELOS Preservation Clusters werden DPE und das britische Digital Curation Centre (DCC) die künftige Weiterentwicklung des Tools vorantreiben.
Für weitere Informationen zu diesem Tool besuchen Sie bitte die Webseite oder wenden Sie sich an Raivo Ruusalepp oder Andrew McHugh.

DigitalPreservationEurope (DPE) Research and Industrial Exchange (DPEX) call for applications
Der erste Austausch im Rahmen des DPE Research and Industrial Exchange Programms ist erfolgreich beendet. Nach Begutachtung aller Bewerbungen durch das DPE Review Committee wurde ein Jungforscher aus Portugal für den ersten Austausch ausgewählt. Er besuchte die Technische Universität Wien im Oktober 2007. Während des Austauschs wurden Erfahrung und Ergebnisse in verschieden Bereichen der digitalen Langzeitarchivierung zwischen den beiden Partnern ausgetauscht. 
Die grundlegende Idee hinter dem Exchange Programm ist die Förderung der internationalen Zusammenarbeit im Bereich der digitalen Langzeitarchivierung. Das Austauschprogramm soll die internationale Kooperation und den Wissensaustausch zwischen Universitäten, Forschungseinrichtungen und der Industrie fördern. 
Das Austauschprogramm ist für eine Dauer von bis zu vier Wochen ausgelegt, DPE bietet finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 3500 Euro für Unterkunft, Verpflegung und Reisekosten an. Die Deadline zur Bewerbung ist für den ersten jedes Monats angesetzt, die Bewerbung kann online durchgeführt werden. 
Alle Bewerbungen werden durch das DPE Review Committee bestehend aus sechs Experten geprüft. Den Vorsitz des Committees haben Birte Christensen-Dalsgaard,  Statsbiblioteket Aarhus, und Andreas Rauber, Technische Universität Wien.
Das DPEX Team ist gerne bereit, Bewerbern hinsichtlich Teilnahme und Auswahl geeigneter Austauschpartner zu unterstützen (E-mail: dpex@digitalpreservationeurope.eu).

Autor: DPE

 

Webarchivierung 2.0 beim Deutschen Bundestag
Das Internetangebot des Deutschen Bundestages wird seit Januar 2005 archiviert. In Zusammenarbeit zwischen dem Parlamentsarchiv und den Online-Diensten des Deutschen Bundestages sind hierzu ein Verfahren, ein Konzept und ein Webarchivsystem entwickelt worden. Die Webarchivierung beim Deutschen Bundestag hat sich von Beginn an folgenden Prämissen verpflichtet:

 

  1. Benutzerfreundlichkeit, d. h. zügige Bereitstellung archivierter Snapshots im Internet,
  2. Authentizität und Beachtung archivfachlicher Prinzipien sowie
  3. Nachhaltigkeit, d. h. Transparenz und Nachnutzbarkeit der Erkenntnisse und Erfahrungen für andere Gedächtnisorganisationen.

1. Das Webarchiv des Deutschen Bundestages
Das Webarchiv ist online verfügbar. Es stellt aktuell 44 Snapshots von Netzressourcen des Deutschen Bundestages bereit. Eine eigens angepasste Suchmaschine ermöglicht die Recherche in allen oder ausgewählten Snapshots nach formalen und inhaltlichen Kriterien. Allein im Jahre 2007 wurde bislang 38.000mal über das Internet auf Snapshots im Webarchiv zugegriffen.
Ein Snapshot durchläuft nach seinem Download eine umfangreiche archivtechnische Bearbeitung und Aufbereitung. Meist ist er schon nach ein bis zwei Wochen online.

2. Authentizität und archivfachliche Prinzipien
Für die Benutzung muss ein Snapshot aufbereitet werden, d. h. Links sind umzulenken, Funktionalitäten umzuleiten usw. Die damit verbundenen Arbeitsschritte und Veränderungen werden umfassend dokumentiert und sind für den Benutzer jederzeit ersichtlich.
Die inhaltlichen und technischen Parameter einer Archivierung, die zugrunde liegenden archivischen Bewertungsentscheidungen, sind einerseits durch die Metadaten im Webarchiv nachvollziehbar, andererseits dem veröffentlichten Konzept zur „Archivierung von Netzressourcen des Deutschen Bundestages“ zu entnehmen.

3. Mehrwert für andere Gedächtnisorganisationen
Das „Konzept zur Archivierung von Netzressourcen des Deutschen Bundestages“ ist bereits im Dezember 2005 in einer ersten Version online gestellt worden. Bislang sind über 5.000 Downloads registriert. Fast auf den Tag genau zwei Jahre später wird in diesen Tagen das Konzept auf der Homepage des Parlamentsarchivs in der Version 2.0 veröffentlicht. Neben archivfachlichen Fragestellungen enthält es umfangreiche Aussagen zur technischen Realisierung. Neu hinzugekommen sind Fragen der Benutzung und des Persönlichkeitsrechtes.

Das System und das Konzept zur Webarchivierung beim Deutschen Bundestag war bereits auf vielen Veranstaltungen ein Thema, u. a. im Rahmen von nestor auf dem Deutschen Bibliothekartag 2006 und der nestor Winter School 2007. Mit seiner Vorstellung auf dem 14. Anwenderforum E-Government 2008 wird erstmals ein Adressatenkreis über die Gedächtnisorganisationen hinaus erreicht.

Autoren: Angela Ullmann, Steven Rösler
 



Öffentlichkeitsarbeit / Präsentationen

Veranstaltungen, auf denen nestor vorgestellt wurde:

Veranstaltungen, an denen nestor beteiligt/vertreten sein wird:

  • CEBIT 2008, Hannover 4. bis 9. März 2008
  • Workshop der nestor AG Standards, Koblenz, März 2008 (TBA)

 


nestor E-Mail-Listen

Möchten Sie an der Diskussion um digitale Langzeitarchivierung teilnehmen? Dann subskribieren Sie sich bitte für die folgende E-Mail-Liste:
nestor@langzeitarchivierung.de,
indem Sie eine E-Mail mit dem Betreff subscribe langzeitarchivierung-nestor an die Adresse lists@langzeitarchivierung.de schicken.
Diese Liste ist offen für alle Fragen zu den Themen digitale Langzeitarchivierung und nestor. Beispielsweise kann sie zur vertiefenden Diskussion von Workshopergebnissen genutzt werden.

Haben Sie Fragen an das Projektteam? Dann senden Sie bitte eine E-Mail an die folgende Adresse: info@langzeitarchivierung.de
   


Newsletter

Der Newsletter wird von den nestor Partnern kooperativ erstellt. Bei inhaltlichen Fragen, Anregungen, Kommentaren zu dem Newsletter wenden Sie sich bitte an:
Stefan Strathmann
Bei technischen Fragen wenden Sie sich bitte an:
David Gulua

Bestellen/Abbestellen des nestor Newsletters
Zum Bestellen des Newsletters schicken Sie bitte eine E-Mail an die Adresse
lists@langzeitarchivierung.de mit dem Betreff subscribe langzeitarchivierung-newsletter.
Zum Abmelden schicken Sie bitte eine E-Mail an die Adresse
lists@langzeitarchivierung.de mit dem Betreff unsubscribe langzeitarchivierung-newsletter.

Archiv
Die älteren nestor Newsletter stehen Ihnen weiterhin zur Verfügung: http://indi.langzeitarchivierung.de/newsletter/

01. Newsletter vom 18.12.2003
02. Newsletter vom 18.03.2004
03. Newsletter vom 24.08.2004
04. Newsletter vom 18.12.2004
05. Newsletter vom 20.04.2005
06. Newsletter vom 12.08.2005
07. Newsletter vom 15.12.2005
08. Newsletter vom 21.03.2006
09. Newsletter vom 30.06.2006
10. Newsletter vom 29.01.2007
11. Newsletter vom 27.04.2007
12. Newsletter vom 30.08.2007

 

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