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nestor Newsletter 12/2007 [30. August 2007]


Begrüßung
Wir freuen uns, Ihnen heute den zwölften Newsletter des nestor Projektes präsentieren zu können. Mit diesem Newsletter möchten wir Sie über die jüngsten Entwicklungen im nestor Projekt und in weiteren Projekten zur digitalen Langzeitarchivierung informieren. Daneben können Sie sich jederzeit auf der Homepage des Projektes aktuell unterrichten.
  


 Inhalt

Aktuelle Entwicklungen des Projektes

Fehlfunktion auf der nestor-Mailingliste
nestor für den Digital Preservation Award nominiert

Memorandum of Understanding im Bereich Qualifizierung

INS-Initiative 2007
Gründung der nestor-AG Media am 05. Juli 2007
Ankündigung: DPE/Planets/nestor Qualifizierungsveranstaltung
Ankündigung: nestor Winter School
Nachbericht: METS Opening Day und METS Implementors Meeting
Nachbericht: Wissen durch Vernetzung - Kulturgutdigitalisierung in Deutschland und Europa
Nachbericht: ICOM (International Council of Museums) Generalkonferenz

Informationen zu verwandten Projekten

Neues von BOA. Entwicklungsstand und Perspektiven für das "Baden-Württembergische Online-Archiv"
kopal

Öffentlichkeitsarbeit / Präsentationen
  


Aktuelle Entwicklungen des Projektes

Fehlfunktion auf der nestor-Mailingliste
Am letzten Juli-Wochenende kam es aufgrund von technischen Umbaumaßnahmen auf dem Mailserver der HU-Berlin auf der öffentlichen nestor-Mailingliste (nestor@langzeitarchivierung.de) zu einer Panne, für die wir uns an dieser Stelle bei allen Abonnenten der Mailingliste entschuldigen möchten.

Der Server hat auf ein Autoreply eines Abonnenten nicht in der gewohnten Weise reagiert, sondern eine Autoreply-Schleife erzeugt, die zu einer Überflutung der betroffenen Mailboxen führte.
Die Fehlfunktion wurde behoben und sollte zukünftig nicht wieder auftreten. Der nestor Newsletter war von dieser Panne nicht betroffen.

Wir bitten die mit dieser Fehlfunktion verbundenen Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.
 

nestor für den Digital Preservation Award nominiert
Das Projekt nestor ist, gemeinsam mit anderen Initiativen, für den diesjährigen Digital Preservation Award nominiert worden. Die Nominierung bezieht sich auf die Aktivitäten der nestor AG Vertrauenswürdige Archive. Die verschiedenen internationalen Initiativen die sich mit Fragen der Vertrauenswürdigkeit und Zertifizierung von digitalen Langzeitarchiven befassen sind, neben anderen Projekten, gemeinsam für diesen Preis nominiert worden.

Der Digital Preservation Award wird zusammen mit weiteren Conservation Awards alle 18 Monate für besondere Errungenschaften und praktische Fortschritte für im Bereich der digitalen Langzeitarchivierung vergeben. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt am 27. September während einer Zeremonie in der British Library.
 

Memorandum of Understanding im Bereich Qualifizierung
Einige Bildungsinstitutionen, die bisher schon gemeinsam die nestor Aktivitäten im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung tragen, haben ein gemeinsames MoU unterzeichnet und so ihre bisher lose Zusammenarbeit stärker formalisiert.

Die kooperierenden Institutionen werden die Aus-, Fort- und Weiterbildung im Bereich der digitalen Langzeitarchivierung gemeinsam fördern und u.a. curriculare Bausteine entwickeln die allen Beteiligten zur Aus-, Fort- und Weiterbildung zur Verfügung stehen. Darüber hinaus werden die Partner den curricularen Anteil des Themas digitale Langzeitarchivierung in der Lehre ausbauen, soweit möglich ein gemeinsames Curriculum entwickeln und gegenseitig Studienleistungen (ECTS Punkte) anerkennen. Auch die gemeinsame Durchführung von Bildungsveranstaltungen ist vorgesehen.

Zu den Partnern im Bereich der Qualifizierung zählen folgende Hochschulpartner

Und als verantwortlicher Partner des nestor Projektes die

  • Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB)
      

INS-Initiative 2007
Im Sommer 2006 wurde die Deutsche Nationalbibliothek im Rahmen der "Innovation mit Normen und Standards (INS)-Initiative" des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) und des Deutschen Instituts für Normung e. V. (DIN) mit der Durchführung des Vorhabens "Normung auf den Gebieten Digitalisierung und Langzeiterhaltung digitaler Ressourcen" beauftragt. Als erste Veranstaltung fand am 2. und 3. November 2006 in Frankfurt am Main ein gemeinsamer Workshop von nestor, der DNB, dem BMWI und dem DIN statt, der zur Klärung des Standardisierungsbedarfs im Bereich der Digitalisierung und Langzeitarchivierung beitrug.

2007 wird im Rahmen der Initiative in nestor ein Normungsvorschlag zur Standardisierung von Persistent Identifiern (PI) erarbeitet. PIs haben im Kontext der Langzeitarchivierung digitaler Ressourcen eine besondere Bedeutung. Als übergeordnete Adressierunssysteme gewährleisten sie Wiederauffindbarkeit und Referenzierbarkeit von digitalen Ressourcen, auch wenn deren Speicherort sich ändert.

Zur Zeit sind international eine Vielzahl unterschiedlicher und zum Teil inkompatibler PI-Systeme im Einsatz. Im Rahmen der INS-Initiaitve erarbeitet die nestor-AG Standards Ansätze, um auf diesem Gebiet die Standardisierung voranzubringen. 
Der inhaltliche Fokus liegt auf Vertrauenswürdigkeit und Interoperabilität von PIs. Für die Interoperabilität wird konkret der aus den USA stammende "Name-to-Thing" (N2T)-Ansatz herangezogen, der auf einer übergeordneten Ebene unabhängig vom gewählten Persistent-Identifier-System den Zugriff auf Dokumente ermöglicht. Institutsspezifische Anforderungen von Bibliotheken und Archiven an PIs werden ebenfalls berücksichtigt.  Ein erster Normungsvorschlag wird im Dezember 2007 vorliegen.

Auch 2008 soll das Projekt fortgeführt werden. Geplant sind – neben der inhaltlichen Fortführung der Standardisierung von Persistent Identifiern – Normungsvorschläge zum Qualitätsmanagement von digitalen Archiven und zu Ingest-Prozessen.
  

Gründung der nestor-AG Media am 05. Juli 2007
Mit Beteiligung zahlreicher Experten aus Archiven, Museen, Hochschulen und verschiedenen Forschungseinrichtungen fand am 05. Juli 2007 im Institut für Museumsforschung in Berlin die konstituierende Sitzung der nestor AG Media statt.

In allen Kultur- und Bildungsbereichen entstehen zunehmend digitale Materialien und Informationen, die nicht nur textbasiert sind, sondern Elemente wie Ton, Grafik, Video, Animation, Simulation etc. enthalten bzw. mehrere dieser Elemente zusammenführen. Die nestor-AG Media hat zum Ziel, einen Knotenpunkt für die Vermittlung von Best-Practice-Ansätzen im Bereich der Langzeitsicherung und  Langzeitverfügbarkeit digitaler nicht-textbasierter Medien zu bilden. Dies soll u.a. durch die Vernetzung von Expertise und die Erarbeitung von Empfehlungen und Anleitungen geschehen.

Informationen über die Arbeitsgruppe und Kontaktmöglichkeiten finden Sie im Bereich Kommunikationsplattform der nestor Webseite. Dort ist für die Arbeitsgruppen ein Wiki eingerichtet. In dem kollaborativ, durch alle Beteiligten, aufzubauenden Arbeitsbereich der AG Media finden Sie Arbeitsergebnisse, Informationssammlungen und Materialien der Arbeitsgruppe. Sollten Sie Interesse an der Mitarbeit an der nestor-AG Media haben oder Informationen zu den genannten Themenfeldern beitragen können, würden wir uns über eine Kontaktaufnahme sehr freuen.

Die Koordination der Arbeitsgruppe liegt bei:
Dr. Winfried Bergmeyer - Institut für Museumsforschung
Dagmar Otto - Arbeitsgruppe Elektronisches Publizieren beim Computer- und Medienservice an der Humboldt-Universität Berlin
  

Ankündigung: DPE/ Planets/ nestor Qualifizierungsveranstaltung
Die Projekte DigitalPreservationEurope (DPE), Preservation and Long-term Access through Networked Services (PLANETS) und nestor – Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung werden vom 01. bis zum 05. Oktober 2007 eine gemeinsame Bildungsveranstaltung in Vilnius (Litauen) veranstalten.

Diese Training School steht unter dem Titel "Principles of Digital Preservation: a hands-on approach" und wird in Verbindung mit der internationalen Konferenz "Communication of memory in archives, museums and libraries: the interaction of science, policy and practice" durchgeführt.

Die Teilnehmer erhalten einen Einblick in verschiedene, wichtige Aspekte der digitalen Langzeitarchivierung und können in praktischen Übungen einen Teil der vorgestellten Herausforderungen direkt nachvollziehen. Daneben besteht die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. Die Veranstaltung wird in englischer Sprache durchgeführt.
  

Ankündigung: nestor Winter School
Das nestor Team freut sich eine weitere mehrtägige Fortbildungsveranstaltung, die nestor Winter School 2007, ankündigen zu können.
Diese Veranstaltung wird gemeinsam von nestor und Vertretern verschiedener Hochschulen, die sich über eine Zusammenarbeit zum Thema digitale Langzeitarchivierung verständigt haben (s.o.) durchgeführt und von den Projekten Digital Preservation Europe (DPE) und DELOS unterstützt.

Wie schon die nestor Spring School 2007, wird auch die nestor Winter School in Gernrode/Harz veranstaltet. Sie wird vom 11. -15. November 2007 stattfinden und steht unter dem Titel: "Praktische Anwendungsfelder der digitalen Langzeitarchivierung".
Den Teilnehmern der nestor Winter School wird ein Einblick in die praktische Anwendung der digitalen Langzeitarchivierung in verschiedenen Projekten vermittelt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Archivierung von Webinhalten. Daneben ist die Veranstaltung ein idealer Rahmen, um Kontakte und Netzwerke auf- und auszubauen, da alle gemeinsam (Teilnehmer und Referenten) mit am Thema interessierten Kolleginnen und Kollegen zu einem intensiven Austausch zusammenkommen.
Als Referenten, die wie alle Teilnehmer ebenfalls für den gesamten Zeitraum präsent sind, konnte eine Reihe renommierter Experten gewonnen werden.

Zum Abschluss der nestor Winter School erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat, mit dem die Teilnahme bestätigt wird.
  

Nachbericht: METS Opening Day und METS Implementors Meeting: Standards als gemeinsames Fundament der digitalen Langzeitarchivierung
Beim METS Opening Day und METS Implementors Meeting wurde am 07. und 08. Mai in Göttingen in den "Metadata Encoding and Transmission Standard" (METS) eingeführt und seine Bedeutung für die Langzeitarchivierung erläutert.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projekts "nestor – Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung" gemeinsam vom METS Editorial Board, der internationalen Digital Library Federation und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) organisiert.

Eine der zentralen Aufgaben, um digitale Objekte langfristig verfügbar zu halten, ist die adäquate Beschreibung der Objekte. METS bietet eine allgemeine und flexible Struktur für Objektbeschreibungen, die im Bereich der Langzeitarchivierung genutzt werden. "Der Metadata Encoding and Transmission Standard ist ein vielfach genutzter Standard im Bereich der digitalen Langzeitarchivierung", erläuterte Tobias Steinke von der Deutschen Nationalbibliothek.
"Standards wie METS sind die Voraussetzung dafür, dass im Umgang mit digitalen Objekten alle Beteiligten die gleiche Sprache sprechen. Aus diesem Grund engagiert sich nestor auch im Bereich Standards", führte Jens Ludwig, einer der Sprecher der nestor AG Standards, SUB Göttingen, aus.

Am ersten Tag führten Nancy Hoebelheinrich (Stanford University Libraries), Rick Beaubien (University of California) und Brian Tingle (California Digital Library) in die Grundlagen von METS und die Anpassung an individuelle Nutzungsszenarien ein. Weitere Redner u.a. von der SUB Göttingen, vom Bundesarchiv, der British Library und von der Technischen Universität Lissabon präsentierten Möglichkeiten und Erfahrungen mit der Nutzung von METS.

Das METS Implementors Meeting am zweiten Tag bot stärker technisch Interessierten ein Forum, um sich über technische Umsetzungen und zukünftige Arbeiten auszutauschen. "Die METS-Veranstaltung hat die Etablierung internationaler Standards und Kooperation deutlich gefödert" sagte Markus Enders, SUB Göttingen. "nestor wird die Standardisierung auch in Gremien wie der ISO oder dem DIN vorantreiben, um eine höhere Verbindlichkeit im Bereich der Langzeitarchivierung zu erreichen."
  

Nachbericht: Wissen durch Vernetzung - Kulturgutdigitalisierung in Deutschland und Europa.
Internationale Konferenz Berlin, 21./22. Juni 2007
Die Schwerpunktthemen der internationalen Konferenz waren die Kulturgutdigitalisierung in Deutschland, Möglichkeiten der Vernetzung und der Blick auf vergleichbare internationale Projekte. In diesem Rahmen war das nestor-Projekt mit einem Vortrag von Mathias Jehn, Projektkoordinator des nestor-Projektes, und einem Stand, an dem sich die Konferenzbesucher über das Projekt informieren konnten, vertreten.

Herr Jehn betonte in seinem Vortrag die zunehmende Bedeutung der Frage der Langzeitarchivierung digitaler Objekte in Europa. Einhergehend mit dem rasanten technischen Wandel besteht eine wachsende Gefährdung der dauerhaften Nutzbarkeit digitaler Informationen, der nicht in nationalen Alleingängen begegnet werden kann. Die Notwendigkeit der Sicherung, der mit hohen finanziellen Aufwendungen im Rahmen von Digitalisierungsprojekten erstellten Inhalte erfordert ein tragfähiges Konzept zur digitalen Langzeitarchivierung. Mit Bezug auf  die Frankfurter Konferenz "Herausforderung: Digitale Langzeitarchivierung" (20./21. April 2007) betonte er die Bedeutung der drei zentralen Themenfelder: "Aufbau und Absicherung einer Infrastruktur", "Implementierung von Standards und Zertifizierungsprozessen" sowie "Konkrete Praxisempfehlungen". Diese Themen sind die zentralen Handlungsfelder des nestor-Kompetenznetzwerkes.

Durch die Präsenz des Projektes an einem Stand, konnten sich die Teilnehmer während der gesamten Tagungsdauer über das Projekt informieren. Die rege Nachfrage belegt das wachsende Interesse am Thema Langzeitarchivierung. Von den Besuchern wurden vor allem konkrete Fragen nach Handlungsempfehlungen und Standards gestellt.
  

Nachbericht: ICOM (International Council of Museums) Generalkonferenz
Wien,  19 – 24 August 2007
 
Als Teil der ICOM Generalkonferenz fand die CIDOC Konferenz (Le comité international pour la documentation des musées) unter dem Thema "Managing the global diversity of cultural information" statt.
In diesem Rahmen tagten auch die CIDOC Arbeitsgruppen, darunter auch die "Working Group for Long-Term Preservation of Digital Museum Data". In dieser Gruppe finden Teilnehmer aus unterschiedlichen Museumsbereichen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und allgemeine Grundsätze zum Thema zu erörtern. Das aktuelle Arbeitsziel dieser Arbeitsgruppe, in die auch der nestor Mitarbeiter Winfried Bergmeyer eingebunden ist, besteht in der Formulierung von Grundsätzen zur Langzeitarchivierung digitaler Objekte in Museen. Basierend auf der Vorarbeit der letzten Sitzungen formulierte die Gruppe ein Dokument mit grundsätzlichen Thesen zum Thema. Die in dem Dokument vertreten Thesen richten sich an alle Museen und betonen deren Verantwortung für den Erhalt und den dauerhaften Zugang zu digitalen Museumsdaten. Dabei wird die Notwendigkeit einer adäquaten Konzeption und Organisation der Langzeitarchivierung in den einzelnen Institutionen hervorgehoben. In den nächsten Sitzungen der Arbeitsgruppe soll dieses Dokument zu einem offiziellen Thesenpapier weiterentwickelt werden.  


Informationen zu verwandten Projekten
Gastbeiträge geben die Meinung der jeweiligen Autorin bzw. des jeweiligen Autors wieder. Die Verantwortung für den Inhalt des Beitrags trägt die Autorin / der Autor.

Neues von BOA. Entwicklungsstand und Perspektiven für das "Baden-Württembergische Online-Archiv"
Das "Baden-Württembergische Online-Archiv" ist ein 2003 gegründetes Projekt, das Websites und Publikationen im Internet aus und über Baden-Württemberg sammelt, erschließt, der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt und für die Zukunft sichert. Projektpartner sind die Badische Landesbibliothek Karlsruhe (BLB), die Württembergische Landesbibliothek Stuttgart (WLB), seit Mai 2006 das Landesarchiv Baden-Württemberg sowie das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) in Konstanz, das seit Projektbeginn die technische Infrastruktur zur Verfügung stellt. Der folgende Text stellt Neuerungen in den Bereichen Kooperationsrahmen, Website-Archivierung, Systemarchitektur und Nutzung dar.

Das Landesarchiv besitzt mit dem Landesarchivgesetz ein Mandat zur Übernahme elektronischer Unterlagen. Auf dieser Grundlage übernimmt es in BOA schwerpunktmäßig die Archivierung von Websites, die von der Landesverwaltung verantwortet oder mit ihrer Beteiligung betrieben werden. Die Landesbibliotheken betreuen hingegen vor allem Online-Veröffentlichungen mit Druckschriftencharakter. Durch eine Änderung des Pflichtexemplargesetzes (Februar 2007) haben die Landesbibliotheken inzwischen Möglichkeiten zur Einforderung von digitalen Pflichtexemplaren. Bei ihnen liegt der Schwerpunkt auf der Fortsetzung von Zeitschriftenserien, die früher im Druck, aber heute nur noch digital erscheinen.

In einem vom BSZ definierten bibliothekarischen Geschäftsgang können Titelaufnahmen erfasst und Online-Ressourcen gespeichert werden. Die Erfassung erfolgt in bestehenden Katalogsystemen (SWB und ZDB), mit denen sich BOA synchronisieren lässt. Für den neuen Partner Landesarchiv wurde ein reduzierter Geschäftsgang entworfen, der pro Website nur sechs durch den Nutzer auszufüllende Felder enthält. Dieses Schema auf der Grundlage des "einfachen" Dublin Core genügt für die Integration in die Präsentationssysteme des Landesarchivs. Angaben wie Datum, Anzahl der enthaltenen Dateien und Gesamtgröße werden automatisch erhoben und eingetragen.

Für den Schwerpunkt Archivierung von Websites wurde die Spiegelungstechnik von BOA fortentwickelt. Die Websites werden meist vierteljährlich aufgesucht und durch Remote Harvesting in statischer Form in BOA gespeichert. Eine im System integrierte Terminverwaltung, die zur Erinnerung E-Mails verschickt, erleichtert diese Aufgabe. Als nächste Schritte stehen die Wahl eines besser geeigneten Harvesters und eine regelmäßige vollautomatische Speicherung von Websites an.

Um die gespeicherten Ressourcen als nicht mehr aktuelle Archivversion zu kennzeichnen, wurden alle aus der BOA-Spiegelung herausweisenden Links umgeleitet. Hinter einem solchen Link erscheint ein Hinweistext, der die ursprüngliche Sprungadresse mitteilt. Außerdem ist eine Gestaltung geplant, die beim Browsen in BOA jede Seite als archiviert kennzeichnet.

Bis zum 6.8.2007 sind in BOA 274 Einzeldokumente im PDF-Format abgelegt und von 47 ausgewählten Websites insgesamt 141 Spiegelungen erzeugt worden. Der künftige jährliche Zuwachs an Objekten dürfte im dreistelligen Bereich liegen. Ein Zugang zu den Ressourcen soll nicht nur über die Startseite von BOA möglich sein. Bibliothekarische Titel sind bereits über den Verbundkatalog SWB zugänglich, die Websites sollen in Zukunft in das Findmittelsystem des Landesarchivs integriert werden. Auch gegenseitige Verweise zwischen archivischen und bibliothekarischen Nachweissystemen sind denkbar.

BOA hat in den letzten Jahren unter Beweis gestellt, dass durch die Zusammenarbeit mehrerer Gedächtnisorganisationen trotz knapper Mittel tragfähige Lösungen für den Umgang mit Online-Ressourcen entwickelt werden können. Besonders im Bereich Erhaltung (Formatmigration, Emulation) stehen aber noch große Herausforderungen an.

Autor: Kai Naumann 
  

kopal

kopal goes live - Langzeitarchiv im Routinebetrieb & Vereinbarung über langfristige Zusammenarbeit
Zum Projektabschluss haben die Deutsche Nationalbibliothek (DNB), die Georg-August-Universität Göttingen (vertreten durch die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB)), die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) und das Unternehmen IBM Deutschland GmbH erklärt, ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet der digitalen Langzeitarchivierung langfristig fortsetzen zu wollen. Ziel der Vereinbarung ist es, die kopal-Lösung mit dem Abschluss des Projektes und der Überführung in den Routinebetrieb im Verbund weiterzuführen und weiterzuentwickeln.

kopal stellte im Juni 2007 zum Projektabschluss ein kooperativ entwickeltes und betriebenes Archivsystem für die Langzeitarchivierung digitaler Daten bereit. Die SUB Göttingen und die Deutsche Nationalbibliothek nutzen das Archivsystem inzwischen im Routinebetrieb und spielen seit Sommer 2006 sukzessive ihre digitalen Sammlungen in das Archiv ein. Das System kopal ergänzt mit seiner Technik das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Kompetenznetzwerk nestor, das ein nationales Konzept sowie Empfehlungen und Grundsätze für die Archivierung digitaler Daten erarbeitet. Der Aufbau des Langzeitarchivs für digitale Daten wurde vom BMBF von Juli 2004 bis Juni 2007 unterstützt.

Um anderen Einrichtungen eine Nachnutzung zu ermöglichen, hat kopal im Juni 2007 auf der Veranstaltung „kopal goes live“ in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt sein Servicekonzept mit unterschiedlichen Nutzungsmodellen vorgestellt. kopal wird dabei drei Nutzungsmodelle anbieten:

  • "kopal-Teilnehmer": Eine Institution lässt ihre Daten "kommissarisch" durch einen kopal-Mandanten archivieren.
  • "kopal-Mandant": Eine Institution verwaltet selbstständig einen eigenen Bereich (Schließfach) des kopal-Archivsystems, der Serverbetrieb selbst bleibt ausgelagert.
  • "kopal-Eigenbetrieb": Eine Institution betreibt unter Rückgriff auf Erfahrungen des kopal-Projekts ein eigenes vollständiges Archivsystem.

Als Mandanten nutzen derzeit die SUB Göttingen und die Deutsche Nationalbibliothek das bei der GWDG betriebene Archivsystem. Die Basis des Archivs bildet die lizenzpflichtige mandantenfähige Software DIAS (Digital Information Archiving System) von IBM. Erstellen, Einspielen und Abfragen von Archivpaketen erfolgt auf der Basis der Open-Source-Softwarebibliothek koLibRI (kopal Library for Retrieval and Ingest), die gemeinsam von den Projektpartnern Deutsche Nationalbibliothek und SUB Göttingen entwickelt wird. Diese Nachnutzungsmodelle werden in einem intensiven Austausch mit ersten Interessenten an einer Nutzung des Archivsystems sukzessive weiterentwickelt.
Pressemitteilung vom 13.06.2007
Pressemitteilung vom 30.07.2007

Auszeichnung von kopal im „Computerworld Honors Program“
Die von kopal erreichte technologische Innovation wurde Anfang Juni 2007 durch eine Medaille im Programm "A Search for New Heroes" des renommierten "Computerworld Honors Program" ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde kopal für den "21st Century Award" im Bereich "Education" als Finalist nominiert.

Im Rahmen des Computerworld Honors Program werden seit 1988 jedes Jahr in zehn Kategorien besonders zukunftsweisende Projekte ausgewählt. Die 50 Finalisten kommen aus einer Gruppe von 234 Projekten, die sich mit einer detaillierten Case Study beworben hatten. Diese online verfügbaren Informationen dokumentieren die durch das Projekt erreichte organisatorische und technologische Lösung für das Problem der Langzeitarchivierung digitaler Dokumente.
Pressemitteilung vom 10.08.2007

Technische Entwicklung
Die von kopal entwickelte Open-Source-Software "kopal Library for Retrieval and Ingest" (koLibRI), die von der Deutschen Nationalbibliothek und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) Göttingen für das Zusammenspiel mit dem DIAS-System der Firma IBM entwickelt wurde, ist im Juli 2007 in der voll funktionsfähigen Version 1.0 veröffentlicht worden. Mit diesen Softwaremodulen lassen sich die Arbeitsabläufe bei Einspielung und Zugriff modellieren sowie künftige Migrationsprozesse steuern. Die Software koLibRI ist in der letzten Ausbaustufe um einen koLibRI-Webservice, z.B. zum Einspielen von Daten, ergänzt worden. Außerdem ist ein Anschluss der Software an Administrations- und Suchschnittstellen des DIAS geschaffen worden.

In der DIAS User Group, die kopal zusammen mit der Königlichen Bibliothek (KB) der Niederlande etabliert hat, wird im November 2007 in Frankfurt ein Austausch bezüglich der technischen Entwicklung stattfinden.

Autorin: Birgit Schmidt
  


 Öffentlichkeitsarbeit / Präsentationen

Veranstaltungen, auf denen nestor vorgestellt wurde:

Veranstaltungen, an denen nestor beteiligt/vertreten sein wird:


nestor E-Mail-Listen

Möchten Sie an der Diskussion um digitale Langzeitarchivierung teilnehmen? Dann subskribieren Sie sich bitte für die folgende E-Mail-Liste:
nestor@langzeitarchivierung.de
, indem Sie eine E-Mail mit dem Betreff subscribe langzeitarchivierung-nestor an die Adresse lists@langzeitarchivierung.de schicken.
Diese Liste ist offen für alle Fragen zum den Themen digitale Langzeitarchivierung und nestor. Beispielsweise kann sie zur vertiefenden Diskussion von Workshopergebnissen genutzt werden.

Haben Sie Fragen an das Projektteam? Dann senden Sie bitte eine E-Mail an die folgende Adresse: info@langzeitarchivierung.de
   


Newsletter

Der Newsletter wird von den nestor Partnern kooperativ erstellt. Bei inhaltlichen Fragen, Anregungen, Kommentaren zu dem Newsletter wenden Sie sich bitte an:
Stefan Strathmann
Bei technischen Fragen wenden Sie sich bitte an:
David Gulua

Bestellen/Abbestellen des nestor Newsletters
Zum Bestellen des Newsletters schicken Sie bitte eine E-Mail an die Adresse
lists@langzeitarchivierung.de mit dem Betreff subscribe langzeitarchivierung-newsletter.
Zum Abmelden schicken Sie bitte eine E-Mail an die Adresse
lists@langzeitarchivierung.de mit dem Betreff unsubscribe langzeitarchivierung-newsletter.

Archiv
Die älteren nestor Newsletter stehen Ihnen weiterhin zur Verfügung: http://indi.langzeitarchivierung.de/newsletter/

1. Newsletter vom 18.12.2003
2. Newsletter vom 18.03.2004
3. Newsletter vom 24.08.2004
4. Newsletter vom 18.12.2004
5. Newsletter vom 20.04.2005
6. Newsletter vom 12.08.2005
7. Newsletter vom 15.12.2005
8. Newsletter vom 21.03.2006
9. Newsletter vom 30.06.2006
10. Newsletter vom 29.01.2007
11. Newsletter vom 27.04.2007

 

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